Wann setzt die Abwärtskorrektur ein?

Seit Wochen warten Experten auf sinkende Ölpreise, die bisher nicht eingetreten sind. Generell ist es aktuell schwer zuverlässige Prognosen abzugeben.

24.01.2018 | Robby Erkmann

Die Optionsmärkte bieten auch für Rohstoffe wie Öl, die Möglichkeit auf zukünftige fallende oder steigende Preise zu setzen. Im Augenblick steigt das Interesse für Put-Optionen zu Preisen von 68 bis 70 US-Dollar. Mit einer Put-Option setzt man auf zukünftig fallende Preise. Der Trader hat so die Möglichkeit Rohöl zu verkaufen zu dem erworbenen hohen Preis, auch wenn der Kurs auf beispielsweise 65 US-Dollar gefallen ist. Steigt die Kaufneigung für Put-Optionen weiterhin, so verdeutlicht das die Erwartung bei Börsianern von fallenden Preisen. Die Großbank Barclays zeigt in ihrer Analyse, dass der Markt zuletzt auf vergangenheitsorientierte Werte ausgerichtet war. Dabei wurden Nachrichten für dieses und nächstes Jahr weitestgehend ignoriert. Die IEA berichtete nämlich zuletzt, dass die Ölbestände der OECD Länder für dieses Jahr um 56 Mio. Barrel steigen würden. Für das kommende Jahr 2019, sagt die IEA höhere Ölbestände bei den OECD-Staaten von 85 Mio. Barrel voraus. Das würde bedeuten, dass die Ölproduktion etwa 200.000 B/T über der der nachgefragten Menge stünde.

Doch alleine die Spekulation, dass die OPEC und Russland ihre Zusammenarbeit in Form eines Abkommens über 2018 hinaus verlängern könnten, sorgt für gute Stimmung an der Börse, obwohl das bisher nur spekulative Äußerungen waren. Ebenfalls auf das höher erwartete Wirtschaftswachstum des IWF springen die Preise an den Ölbörsen an. Zwar stützt ein höheres Wirtschaftswachstum die weltweite Ölnachfrage, doch ist dieses Wirtschaftswachstum für das aktuelle Jahr noch längst nicht eingetreten. Geopolitische Ereignisse können noch viele Änderungen und Anpassungen herbeiführen. Zudem wurde in Davos, auf dem Weltwirtschaftsgipfel, darauf hingewiesen, dass die Ölförderung in Venezuela infolge der Wirtschaftskrise stark abfallen kann. Wohin die Fahrt der Ölpreise geht, ist daher im Augenblick nicht abschätzbar.

Infolge dieser Nachrichten, stiegen die gestrigen Preise an den Ölbörsen stark an. Dabei wurden die Widerstände durchbrochen, sodass sich in der zweiten Tageshälfte eine Preisrallye entwickelte. Die Futures kamen so im späten Tagesverlauf in den Bereich des 3-Jahreshochs zurück. Der Ölpreis hat den durchschnittlichen Heizölpreis auf 63,38 Euro pro 100 Liter nach oben gezogen. Die Kurse an den Ölbörsen sind heute Morgen fast unverändert, auch wenn diese leicht im Minus sind. Brent kostet im Augenblick 69,77 US-Dollar pro Barrel. Das Barrel WTI kostet am heutigen Morgen 64,77 US-Dollar.

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