Welchen Preis strebt die OPEC an?

Ein offizielles Preisziel des OPEC-Kartells gibt es nicht. Die Rohölbestände sind nun fast auf dem Zielniveau angekommen, doch wie geht es nun weiter?

04.05.2018 | Robby Erkmann

Die OPEC hält sich dazu bedeckt. Sicher ist nur, dass die OPEC höchstwahrscheinlich die Förderkürzungen bis Ende 2018 weiterführen wird. Für die Zeit danach soll es, laut bisherigen Meldungen, ebenfalls eine Kooperation geben, um auf Angebotsschwankungen gezielt reagieren zu können. Großes Interesse an einer dauerhaften Kooperation bekräftigten zuletzt Russland und Saudi-Arabien. Das Kartell tritt daher weiter sehr geschlossen auf und hat einen maßgeblichen Einfluss auf die aktuellen höheren Rohölpreise. Doch ist bisher ungewiss, ob die OPEC intern ein Preisziel anvisiert hat, welches neben den Rohölbeständen ebenfalls verfolgt wird.

Der IWF hat dazu indirekt eine sehr interessante Aussage gemacht. Demnach braucht Saudi-Arabien einen noch höheren Rohölpreis, als bis jetzt geschätzt wurde. Der IWF gab an, dass Saudi-Arabien einen Preis von 88 US-Dollar pro Barrel benötigt, damit der Staatshaushalt ausgeglichen ist. Offiziell nimmt das Königreich dazu weiterhin keine Stellung. Insider aus der Ölindustrie sprachen zuletzt davon, dass ein Preis von 80 bis 100 US-Dollar pro Barrel als wünschenswert gelten. RBC Capital Markets sprach daher von einer Bekräftigung der Spekulationen, dass vielmehr die Rohölpreise im Fokus der OPEC stehen, als die Rohölbestände. Eine Veränderung der aktuellen Ausrichtung ist daher sehr unwahrscheinlich, sodass das OPEC-Kartell den bisherigen Weg wohl fortführen wird, wie es zuletzt immer wieder angekündigt wurde.

Short-Positionen bleiben unbeliebt

Trader am Markt bleiben weiterhin sehr vorsichtig. Grund ist die noch ausstehende Entscheidung des US-Präsident, ob das Atomabkommen mit dem Iran gekippt wird. Eine endgültige Entscheidung soll am 12. Mai fallen. Der Markt ist daher seit mehreren Wochen sehr vorsichtig, da durch das einseitige Beenden des Abkommens die Preise massiv gestützt werden können. Trader setzen aktuell größtenteils auf steigende Preise durch Long-Positionen, wodurch das Preisniveau hochgehalten wird. Für die UBS gibt es am 12. Mai nur zwei Möglichkeiten. Eine Beendigung würde die Preise weiter steigen lassen oder das Weiterführen des Abkommens würde die Preise an den Ölbörsen fallen lassen. Große Veränderungen bis zum besagten Datum sind demnach wohl vorerst nicht zu erwarten.

Die heutigen Rohölpreise weisen keine nennenswerten Veränderungen auf. Brent kostet pro Barrel aktuell 73,48 US-Dollar. Die Sorte WTI kostet im Moment 68,35 US-Dollar pro Barrel. Im Bundesdurchschnitt liegt der Heizölpreis heute bei 67,32 Euro pro 100 Liter.

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