Wenig Vertrauen im Förderabkommen

Die Ölpreise an den Börsen zeigen es. So richtig überzeugt ist der Markt von dem Abkommen nicht. Die Ölpreise kommen auch diese Woche nicht vorwärts.

12.12.2018 | Robby Erkmann

Schuld ist daran unter anderem die kurze Laufzeit des Abkommens, das nur bis April geht. Hier hat sich die OPEC und deren Partnerstaaten, die sogenannten OPEC+ Länder, wie Russland verkalkuliert. Die Laufzeit der neuerlichen Kürzungen geht solange, wie die Ausnahmegenehmigungen für den Iran. Das wird wohl auch der Grund sein für die kurze Laufzeit. Doch gleichzeitig rennt der Ölpreis von einer ungewissen Variablen in die Nächste. Der April ist damit der nächste große richtungsweisende Moment. Die OPEC wolle dann das Abkommen überprüfen. Ungewiss ist auch, wie die Entwicklung im Iran sein wird. Die iranische Rohölförderung profitiert noch von einigen Ausnahmegenehmigungen. Wie im April entschieden wird, ist aber durch die Politik Trumps unabsehbar. Andererseits steht immer noch der Handelskonflikt zwischen China und den USA ruhigeren Fahrwassern entgegen. Zuletzt hatte man sich 90 Tage Zeit gegeben, um weiter zu verhandeln, ohne das man neue Strafzölle einführt. Eine Lösung ist das noch lange nicht.

Überangebot gestoppt?

Nun ist die große Frage, ob mit dem neuen OPEC-Abkommen der Ölmarkt ausgeglichen ist. Laut der IEA beläuft sich die Rohölnachfrage im kommenden Jahr auf 31,3 Mio. B/T. Das aktuelle weltweite Förderniveau beträgt jedoch 33 Mio. B/T. Die Kürzungen um 1,2 Mio. B/T können das Überangebot nicht gänzlich egalisieren und Russland hat bereits angekündigt weniger als vereinbart vom Markt zu nehmen. Letztlich wird der Ölpreis noch durch die Förderausfälle in Libyen von über 400.000 B/T gehalten. Zudem kommt die Förderreduzierung aus Kanada von etwa 300.000 B/T. Ohne diese Faktoren würden die Ölpreise noch stärker unter Druck stehen. Sollten diese Mengen dem Markt wieder zur Verfügung stehen, können die Ölpreise erneut nachgeben. Es ist damit nicht sicher, dass die Ölpreise Anfang Januar einen Ausbruch nach oben vollziehen, wenn die Förderkürzungen in Kraft treten.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland wird wie erwartet weiter günstiger. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 69,65 Euro. Brent und WTI sind im Vergleich zu gestern etwas teurer, ohne aus der aktuellen Handelsspanne ausbrechen zu können. Brent kostet zurzeit 60,96 US-Dollar pro Barrel. WTI liegt bei einem Preis von 52,30 US-Dollar pro Barrel.

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