Wichtige Entscheidung zum Iran-Deal

Am heutigen Freitag entscheidet die Trump Administration, welche Sanktionen gegen den Iran wieder Inkrafttreten sollen. Dies könnte ein Beben auslösen.

12.01.2018 | Robby Erkmann

Bisher ist von keiner Quelle bekannt, dass der Iran sich nicht an dem Atomdeal halte. Daher gäbe es keinen sachlichen Grund, erneute Sanktionen einzuführen. Trump würde damit lediglich ein Wahlversprechen einlösen. Doch eine solche Entscheidung könnte das gesamte Atomabkommen gefährden und die Beziehung zum Iran nachhaltig verschlechtern. Der Markt müsse dann damit rechnen, dass die Ölexporte enorm zurückgehen. Bevor 2015 die Sanktionen im Zuge des Abkommens ausgesetzt wurden, lag die Rohölförderung im Iran infolge der Sanktionen bei 2,8 Mio. B/T. Nun liegt die Ölförderung bei 3,8 Mio. B/T. Dem Markt könnte so massiv Öl entzogen werden, weshalb die Ölpreise weiter massiv steigen könnte.

Unterdessen gibt es mahnende Worte aus den Reihen der EU-Minister. Die EU-Minister beharren auf die Einhaltung des Abkommens und auch der Iran ist unzufrieden mit der Situation und kündigte an, dass er die eigene Position ebenfalls überdenken könne. Der französische Außenminister Drian sagte, dass sich alle Parteien unbedingt am Abkommen halten müssen und dazu zähle auch die USA. Der britische Amtskollege Johnson kritisierte, dass die Gegner des Abkommens keine Alternativvorschläge hätten. Experten der UBS Wealth Management wiesen darauf hin, dass eine Entscheidung großen Einfluss auf den Ölmarkt hat. Damit ist klar, dass der heutige Tag wegweisend ist für die Ölpreisentwicklung im Jahr 2018.

Wie unzufrieden ist die OPEC?

Es wurde berichtet, dass der Iran die hohen Preise als sehr kritisch einschätzt und es nicht das wesentliche Ziel der OPEC-Förderkürzungen sei, die Ölpreise zu steigern. Vielmehr sollten die weltweiten Ölbestände reduziert werden, um den Ölpreis zu stabilisieren. Aus einer Stabilisation wird nun mehr und mehr eine Ölpreisrallye, deren Ende noch nicht in Sicht ist. Kasachstan, als einer der kleineren OPEC-Produzenten hatte bereits letztes Jahr die Vorgaben der OPEC missachtet. Für dieses Jahr ist eine weitere Fördersteigerung von 100.000 B/T vorgesehen. Der Irak hält sich an den Vorgaben, hat aber Produktionskapazitäten ausgebaut, die bisher nur noch nicht genutzt werden. Im Zweifel könnte diese aber schnell die Förderung aufnehmen und so für einen sprunghaften Anstieg der Rohölförderung sorgen. Demnach wird das Abkommen immer instabiler, je höher die Ölpreise steigen. Aufgrund der Befürchtungen sinkender Ölpreise und steigender Bestände war das OPEC-Abkommen erst Ende November bis Mitte 2018 verlängert worden. Nun warten die Experten ab, ob die OPEC auf diesen Umstand reagiert und das Förderabkommen der Situation angepasst wird.

Die Ölpreise sind heute früh etwas niedriger. WTI kostet im Augenblick 63,36 US-Dollar pro Barrel. Brent wird für 69,03 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland kennt, wie die Ölpreise aktuell nur die Tendenz nach oben. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Durchschnitt 64,86 Euro.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation