Widerstände werden getestet

Mit der Meldung, dass die OPEC-Staaten im Dezember mehr Rohöl gefördert haben, wurden die Widerstände getestet, die bisher jedoch verteidigt werden konnten.

19.01.2018 | Robby Erkmann

Das liegt nicht zuletzt daran, dass neue innerpolitische Spannungen in Nigeria die Rohölförderung bedrohen. Anderen Meldungen ist zu vernehmen, dass die OPEC im Dezember pro Tag 42.000 Barrel mehr Öl gefördert hat gegenüber dem Vormonat. Kuwaits Ölminister sprach am Mittwoch noch von einer Einhaltungsquote von 125 Prozent für den Monat Dezember. Damit liegt die gesamte Förderungsmenge nun bei 32,42 Mio. B/T. Der Förderanstieg wird im Bericht jedoch relativiert, da die OPEC die weltweite Rohölnachfrage für 2017 nach oben korrigiert hat. Demnach liege die weltweite Nachfrage für vergangenes Jahr bei 96,99 Mio. B/T. Außerdem offenbart der Bericht, dass die Ölbestände der OECD-Länder im November um 16,6 Mio. Barrel sanken. Die Futures an den Ölbörsen ICE und NYMEX blieben daher oberhalb der ersten Unterstützung. Um das Preisniveau fallen zu lassen, braucht es aktuell schon deutlichere preismindernde Nachrichten.

USA als Schlüsselrolle

Die USA die Nation mit dem größten Ölverbrauch und spielt für die Ölpreise daher eine wichtige Rolle. Die US-Ölbestandsveränderungen sind daher für die weltweite Preisentwicklung ein wichtiger Indikator. Auch diese Woche meldete das DOE erneut Rückgänge bei den Rohölbeständen. Diese sanken um 6,9 Mio. Barrel. Die Rohölbestände liegen in den USA unter dem 5-Jahresdurchschnitt von 420 Mio. Barrel. Der aktuelle Bestand beträgt 412,65 Mio. Barrel und ist zu dieser Jahreszeit so niedrig wie seit drei Jahren nicht mehr. In der vergangenen Woche lagen die Importe bei 2,0 Mio. Barrel und die Exporte bei 1,6 Mio. Barrel. Wie erwartet stieg die Rohölförderung in den USA enorm an. Hier wurde ein Anstieg von 258.000 B/T gemessen, sodass insgesamt aktuell 9,78 Mio. Barrel gefördert werden. Nach dem extremen Wintereinbruch überrascht der starke Förderanstieg nicht, da die Förderung zuvor um 290.000 B/T zurückfiel. Die gesamte Produktnachfrage bleibt mit 20,81 Mio. B/T auf hohem Niveau. Die Destillatbestände, wo unter anderem Heizöl zugehört sanken um 3,9 Mio. Barrel, was angesichts des harten Winters nicht verwundert. Die Benzinbestände nahmen um 3,6 Mio. Barrel zu, was ebenfalls erwartbar war, da der Winter den Verkehr teilweise zum Erliegen gebracht hatte.

Die Zahlen aus den USA unterstützen das aktuelle Preisniveau, sodass ein deutlicher Rückgang der Preise weiterhin nicht in Sicht ist, wenngleich die angehobenen Preisprognosen von Experten, unter dem aktuellen Niveau liegen. Heute Morgen liegen die Preisnotierungen etwa einen halben US-Dollar im Minus. WTI kostet 63,13 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent liegt bei 68,64 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis ist seit letzten Freitag von 64,86 Euro pro 100 Liter auf 63,24 Euro gesunken.

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