Wirtschaft belastet die Ölpreise

Die Preisnotierungen an den Ölbörsen haben gestern ein 2-Monatstief erreicht, nachdem sie um bis zu 5 Prozent nachgegeben haben, steigen die Sorgen.

24.10.2018 | Robby Erkmann

Die Marktteilnehmer haben die in zwei Wochen beginnenden Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie weiter im Blick, doch die Ölpreise sind kurzfristig durch andere Faktoren getrieben. Die Notierungen an den Börsen sind gestern stark eingebrochen. Ohnehin macht das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern sorgen. Hinzu kommt, dass die heimischen Währungen gegenüber dem US-Dollar stark fallen und so Rohölimporte stark verteuern, weshalb die Nachfrage zunehmend unter Druck steht. Daher steht das Ölnachfragewachstum global unter Druck. Doch auch die Industriestaaten schwächeln etwas. Der Markt macht sich wieder verstärkt sorgen um die Entwicklungen in Italien. Im Fokus rückte das Thema der schwächeren Ölnachfrage bereits vor zwei Wochen mit den Monatsreports der EIA, IEA und OPEC. Analysten und Banken sind ebenfalls zunehmen pessimistisch. Die UBS schätzt das Nachfragewachstum für 2019 auf nur noch 1,2 Mio. B/T. Gleichzeitig wird mit steigenden Rohölbeständen in den USA gerechnet. Die wöchentlichen US-Bestandszahlen des DOE können daher die Ölpreise maßgeblich beeinflussen.

USA setzen auf Härte

Bei der Vergabe von Ausnahmegenehmigung für den Import von iranischem Rohöl bleiben die USA sehr streng. Der amerikanische Finanzminister erklärte, dass es weiterhin das Ziel sei, die iranische Rohölexporte auf null zu reduzieren. Dabei ist das Ziel nicht kurzfristig Anfang November erreichbar, doch mittelfristig bleibt das Ziel unangepasst. Deswegen werde es eine Übergangsfrist geben, die wiederum nur für wenige Käufer gilt. Dabei muss jeder Importeuer um mindestens 20 Prozent die Einfuhren aus dem Iran reduzieren. Doch es gibt schon einige Importeure, die ihre Importe aus dem Iran bereits auf null reduziert haben. Nur China hat bisher keine Reaktion gezeigt und lediglich die Bereitschaft signalisiert die Importe aus dem Iran nicht zu steigern.

Die Töne gegenüber Saudi-Arabien seit dem Vorfall in der saudischen Botschaft in Istanbul bleiben dagegen milde. Somit sind bisher keine Tendenzen zu erkennen, dass sich die Krise weiter zuspitzt.

Nach den gestrigen Turbulenzen starten die Ölpreise etwas ruhiger in den Tag. WTI kostet zurzeit 66,55 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird aktuell für 76,23 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist dagegen wieder gestiegen und steuert auf die 90 Euro pro 100 Liter zu. 100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurchschnitt 86,33 Euro. Verantwortlich dafür ist die weiter angespannte Versorgungssituation in Deutschland.

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