WTI übersteigt 70 US-Dollar Marke

Am 22. Juni beschloss die OPEC die Fördermengen anzuheben, damit die Preise stabil bleiben. Eine Wirkung zeigt die Entscheidung bisher nicht.

27.06.2018 | Robby Erkmann

Die Gründe liegen an kursrelevanten Nachrichten, die die OPEC bisher nicht absehen konnte. So hat die USA, um Präsident Trump angekündigt, die Ölexporte des Landes bis November auf „Null“ zu reduzieren. Die Trump Administration drohte, dass alle Länder den Rohölkauf aus dem Iran bis dahin eingestellt haben sollen, da man sonst Sanktionen beschließen wird. Der Stichtag für die Umsetzung soll der 4. November sein. Bisher betreffen die Sanktionen nur einen Teil der Rohölexporte des Irans, sodass Staaten weiterhin zu reduzierten Mengen Rohöl beziehen. Das möchte die USA nun gänzlich verhindern.

Damit verschärft die USA den Ton gegenüber dem Iran deutlich und setzt weiter auf eine wirtschaftliche und politische Isolation. Wobei drastische Wirtschaftssanktionen nichts Neues sind. Schon unter der Regierung von Obama wurden die Rohölexporte des Irans sanktioniert. Seinerzeit konnten die Rohölexporte auf 1,2 Mio. B/T reduziert werden. Einen vollkommenen Stopp kann man, trotz der Absichten, wohl nicht durchsetzen. Einige Staaten betreiben kaum Handel mit den USA und dürften daher vor möglichen Sanktionen wenig zurückschrecken. Dennoch wird die iranische Rohölförderung weiter sinken. Vor den Sanktionen betrug der Export 2 Mio. B/T. Aktuelle Exportdaten gibt es noch nicht.

 

Versorgungsprobleme kaum auffangbar

Die Meldungen aus Kanada und Libyen ergeben zusammen Exportausfälle von etwa 810.000 B/T. Dabei ist nicht mit eingerechnet, dass die iranischen Rohölexporte noch deutlich nachgeben werden, vor allem nach der neusten Ankündigung der US-Regierung die Exporte auf „Null“ reduzieren zu wollen. Zwar hat Saudi-Arabien angekündigt, die Rohölproduktion im Juli um 0,8 Mio. B/T zu erhöhen, doch das reicht angesichts der aktuellen Versorgungssituation nicht aus. Russland, Kuwait und die V.A.E. erhöhen die Ölproduktion, Schätzungen zufolge zusammen um 0,5 Mio. B/T. Die Exportrückgänge aus dem Iran sind damit abgedeckt, so wie es von Experten auch eingeschätzt wurde. Doch die neuen Probleme in Kanada und Libyen können kurzfristig nicht aufgefangen werden.

Darüber hinaus bleibt die Ölproduktion Venezuelas und der sich zuspitzende Handelsstreit der USA mit China und der EU, ein Unsicherheitsfaktor, der für größere Preisschwankungen bei den Ölpreisen sorgt.

Dementsprechend sind die Preise erneut stark angestiegen. WTI kostet heute Morgen 70,82 US-Dollar pro Barrel und ist damit gut 2 US-Dollar teurer als gestern. Brent machte keine so großen Sprung, ist aber ebenfalls teurer, als gestern und liegt am heutigen Morgen bei 76,61 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat dagegen keinen Sprung nach Oben gemacht, dürfte aber morgen Folgen. Heute kosten 100 Liter Heizöl durchschnittlich 68,47 Euro.

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