3-Wochenhoch erreicht

Die Rohölpreise weisen weiterhin einen Aufwärtstrend auf. Das liegt nicht zuletzt an den zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und den OPEC-Kürzungen.

20.05.2019 | Robby Erkmann

Das Komitee zur Überwachung der Förderkürzungen hat vorgeschlagen, die Förderkürzungen unverändert fortzuführen. Das bedeutet eine andauernde Reduzierung der Fördermengen von 1,2 Mio. B/T. Damit will die OPEC einen ähnlichen Fehler wie letztes Jahr vermeiden. Seinerzeit wurden die Förderkürzungen zu früh begrenzt und bereiteten damit den Weg für den Rohölpreisverfall zum Ende des vergangenen Jahres. Dabei gibt es einige Gründe, die eine Anhebung durchaus rechtfertigen würden. Sanktionen gegen den Iran und Venezuela reduzieren das Ölangebot deutlich. Zudem liegt der Rohölpreis schon jetzt auf einem ordentlichen Niveau und die Futures mit kürzerer Laufzeit sind teurer, als mit längerer Laufzeit.

Russland, das zum erweiterten Kreis der OPEC gehört, hatte vorgeschlagen das Förderniveau um 0,3 Mio. B/T anzuheben. Somit würde der Markt nur noch um 0,9 Mio. B/T künstlich verknappt werden. Doch selbst dagegen regt sich Widerstand bei Ländern wie Nigeria, den V.A.E. und Saudi-Arabien. Es bleibt daher ungewiss, was die OPEC im Juni auf der Vollversammlung beschließen wird. Der Ölminister der V.A.E. schätzt die Versorgung mit Rohöl im Moment als komfortabel ein. Hoffnung könnte Saudi-Arabien machen, die derzeitig noch über 500.000 B/T weniger Rohöl fördern, als es vereinbart wurde. Diese Menge könnte also zusätzlich gefördert werden. Experten warnen aber, dass Saudi-Arabien diese Menge selbst braucht, um im Sommer den steigenden Energiebedarf abdecken zu können. Damit stünden diese Mengen den Weltmarkt nicht zur Verfügung.

Konflikt spitzt sich zu

Der Ton in der Irankrise wird immer härter. Präsident Trump hat mit einer totalen Zerstörung des Irans gedroht. Zuvor war eine Rakete in der Hauptstadt des Irak eingeschlagen. Diese traf die sogenannte Grüne Zone, wo sich die Regierungsgebäude befinden und auch die US-Botschaft. Verletzt wurde zwar niemand, doch man macht den Iran für diese Tat verantwortlich. Zudem ist der Iran nicht gesprächsbereit in einen Dialog mit den USA einzutreten. Der Befehlshaber der Revolutionsgarden des Iran hat erklärt, dass man keinen Krieg heraufbeschwören möchte, doch im Kriegsfall hätte seine Truppen keine Angst gegen die USA-Streitkräfte zu kämpfen. Im Mittelpunkt des Konfliktes und der harten Gangart der USA steht das Atomprogramm des Irans. Dem Iran wird vorgeworfen heimlich die Entwicklung von Atomwaffen voranzutreiben und damit das Atomabkommen zu verletzten. Im Gegensatz dazu sieht China und auch die europäischen Staaten keinerlei Verletzungen des Atomabkommens.

Die ausufernde Spannungslage im Nahen Osten spüren auch die Heizölkunden. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat erneut zugelegt und liegt heute bei 74,93 Euro pro 100 Liter. Brent und WTI liegen heute Morgen ebenfalls im Plus. Ein Barrel Brent kostet 72,65 US-Dollar und das Barrel WTI notiert im Augenblick bei 63,08 US-Dollar pro Barrel.

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