4-Monatshoch erreicht

Die Rohölpreise sind so teuer wie seit 4 Monaten nicht mehr. Das klingt erstmal dramatischer als es letztendlich ist, denn das Preisniveau bleibt moderat.

14.03.2019 | Robby Erkmann

Grundsätzlich haben die leichten Preissteigerungen in den letzten Tagen mit der Ankündigung Saudi-Arabiens zu tun. Für die nächsten Monate wurde veröffentlicht, deutlich weniger Rohöl zu exportieren, wie bereits berichtet wurde. Für diese doch sehr drastischen Einschnitte reagierten die Rohölpreise nur sehr leicht. Die Sorten Brent und WTI liegen weiterhin unter der 70 bzw. 60 US-Dollar Marke. Den Gegenpart zu Saudi-Arabien stellen nämlich die USA dar, die durch die Schieferölindustrie stetig die Fördermengen erhöhen können. Deshalb schätzt die IEA, dass die USA in den nächsten fünf Jahren zum größten Rohölexporteuer der Welt werden können. Damit würden die USA Russland überholen und eventuell auch Saudi-Arabien, das aktuell der weltweite Spitzenexporteuer ist. In diesen fünf Jahren werden die USA für 70 Prozent des weltweiten Förderwachstums verantwortlich sein.

Aber die USA, so könnte man es fast vermuten, schaffen sich auch selbst neue Märkte. Die Ausnahmegenehmigungen für Abnehmer des iranischen Rohöls laufen noch bis Mai. Dann werden die Wirtschaftssanktionen weiter verschärft, wie es aktuell aus Regierungskreisen zu hören ist. Dabei sollen die Ausnahmegenehmigungen um 20 Prozent reduziert werden. Das bedeutet, die aktuellen Abnehmer dürften dann noch weniger Rohöl aus dem Iran importieren. Damit könnten die USA die Exportmengen des Irans unter die 1 Mio. Barrel pro Tag drücken. Hook, der für die Iransanktionen der Ansprechpartner ist auf Seiten der USA betonte dabei, dass man die allgemeine Versorgungslage berücksichtigen werde. Immerhin ist bekannt, dass Trump kein Freund von steigenden und zu hohen Rohölpreisen ist.

Preisniveau könnte niedriger sein

Nichtsdestotrotz darf man nicht vergessen, dass die aktuelle Krise in Venezuela schon lange besteht, aber die plötzliche drastische Verschlechterung nicht vorhersehbar war. Die fehlenden Rohölmengen von aktuell etwa 800.000 B/T haben ebenfalls nicht dafür gesorgt, dass die Ölpreise auf ein höheres Niveau gedrückt wurden. Daher wären die Rohölpreise ohne die aktuelle Entwicklung deutlich niedriger. Dementsprechend kann eine baldige Lösung im Konflikt genauso bearish für die Ölpreise sein. Das ist aktuell noch nicht in Sicht, doch die Lage verschlechtert sich immer weiter. Die Luft für Maduro, dem amtierenden Präsidenten wird immer dünner und der Unmut, auch in Reihen des Militärs immer größer. Die geopolitischen Entwicklungen in Venezuela und dem Iran werden daher großen Einfluss auf die Rohölpreise im Jahresverlauf nehmen können.

Der Preis für ein Barrel WTI beträgt im Moment 58,48 US-Dollar pro Barrel. Brent wird im Augenblick für 67,83 US-Dollar gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 68,87 Euro pro 100 Liter.

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