Aufatmen an den Ölbörsen

Die Preisschwankungen bleiben außergewöhnlich stark. Gestern sind die Ölpreise gesunken, da der Versorgungsausfall wohl geringer ausfällt, als gedacht.

18.09.2019 | Robby Erkmann

Saudi-Arabien beruhigt derweil weiter den Markt mit milden und positiven Kommentaren. Regierungsmitglieder erklärten, dass fast 70 Prozent der betroffenen Produktionsmenge von 5,7 Mio. B/T wiederhergestellt werden konnte. Nicht gekannten Experten schätzen daher, dass innerhalb von drei Wochen die Reparaturen an den Ölanlagen wieder abgeschlossen sein könnten. Damit stünde dem Markt kein monatelanger Versorgungsengpass bevor. Mit dieser Meldung verbilligte sich die Sorte Brent im Laufe des gestrigen Tages um zeitweise fast 7 Prozent. Die Ölpreise waren seit 1991 mit Beginn des Golfkrieges nicht mehr so stark gestiegen, wie am Montag, nach bekanntwerden des Anschlages. Ökonom Gern von IfW in Kiel fast die Lage ebenfalls als nicht so dramatisch zusammen. Grund dafür ist, dass es sich bisher um ein einziges Ereignis handelt, in der Form eines Anschlages. Rückblickend lag der Durchschnittspreis für Rohöl im letzten Jahr über dem heutigen Niveau, so Gern. Gleichzeitig verweist er auf hohe Förderreserven in den V.A.E. und Russland, die bei einem längeren Ausfall genutzt werden könnten. Gleichzeitig weist der Rohölmarkt auch nach dem Anschlag selbige strukturelle Probleme auf, wie vorher, so Ökonom Gern. Im Grunde sind dies Nachfragesorgen, angeheizt durch die eine schwache Konjunktur. Diese wird durch den Preisanstieg aber nicht verschlechtert werden, da der Preisanstieg nicht stark genug gewesen ist.

Vergeltungssorgen im Fokus

Unklar ist bisher was genau die USA planen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind und eine klare Verantwortung des Irans festgestellt wird. US-Außenminister Pompeo wird mit Saudi-Arabien am heutigen Mittwoch über das weitere Vorgehen beraten. Sollte es einen neuen Flächenbrand und kriegerische Auseinandersetzungen im Nahen Osten geben, könnte dies sehr wohl noch zu einem dauerhaften Anstieg der Rohölpreise führen. Trump betonte, dass man bald Klarheit über den Urheber des Anschlages habe. Zumal die Reaktion des Irans nicht beschwichtigend ist. Präsident Ruhani erklärte, dass dies eine Warnung sei der jemenitischen Rebellen an die saudische Regierung. Saudi-Arabien solle daher daraus Lehren ziehen. Die geopolitische Entwicklung kann daher noch für einen deutlichen Risikoaufschlag an den Ölmärkten sorgen.

WTI und Brent liegen aufgrund der Neuigkeiten am Markt unter dem gestrigen Niveau. Brent kostet aktuell 63,90 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert jüngsthin bei 58,73 US-Dollar pro Barrel. Dadurch hat sich auch der durchschnittliche Heizölpreis nicht weiter verteuert. Im Vergleich zu gestern kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurschnitt 74,87 Euro und damit etwas weniger, als gestern.

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