Aufwärtspotential verschossen

Die Rohölpreise gaben gestern leicht nach. Die neuen bullish Nachrichten der OPEC haben damit kaum Wirkung gezeigt, zum Leidwesen Saudi-Arabiens.

19.03.2019 | Robby Erkmann

Heute überwiegen die preismindernden Nachrichten, da die EIA ihren neuen Monatsbericht veröffentlich hat. Demnach soll in den US-Schieferölgebieten die Rohölförderung im März um 193.000 B/T gegenüber dem Vormonat Februar ansteigen. Die Schieferölindustrie fördert dieser Prognose nach dann insgesamt 8,507 Mio. B/T Rohöl. Für April ist eine weitere Steigerung in Sicht so die EIA. Dann soll die Schieferölförderung nochmal um 85.000 B/T steigen. Ebenfalls positiv ist die Anzahl der angebohrten, aber nicht vollends erschlossenen Ölquellen. Zwar wurde diese Anzahl für den Monat Januar rückwirkend um 315 Stück nach unten korrigiert. Zieht man den Vergleich zum Monat Januar des Vorjahres heran, so erkennt man, dass im Januar 2019 genau 1085 mehr angebohrte Quellen vorhanden waren. Aktuell gibt es in den USA 8576 dieser nicht vollends erschlossenen Ölquellen. Dieser hohe Wert lässt unumwunden viel Spielraum, damit die Schieferölförderung im laufenden Jahr, wie prognostiziert wachsen kann.

Ebenfalls wachsen tut die Rohölförderung in Libyen. Dort konnte der Betrieb am größten libyschen Ölfeld, dem Sharara Ölfeld, wieder aufgenommen werden. Der Vorsitzende der NOC sprach jetzt, dass Libyen wieder etwa 1,2 Mio. B/T fördert. Im Dezember lag die Rohölförderung bei 0,9 Mio. B/T. In den nächsten Wochen sei noch eine weitere Steigerung möglich, da die Anlage noch nicht zu 100 Prozent hochgefahren wurde.

Ausblick für 2019

Das Preisniveau wird im laufenden Jahr nicht viel Potential nach oben haben. Selbst mit den strikten Förderkürzungen, die sogar über dem vom Markt erwarteten Niveau liegen, können die Ölpreise nicht in die Höhe getrieben werden. Daher bleiben die Preiserwartungen der Analysten und Experten weiterhin unverändert. Das freut die Kunden, doch ärgert die OPEC, denn diese möchte gerne ein Preisniveau von etwa 80 US-Dollar. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass bei dem OPEC-Meeting im Juni neue Kürzungen folgen, die eventuell weiter verschärft werden. Ob das den Markt einen Schub nach oben geben kann? Ungewiss, da die Schieferölindustrie in den USA das Wachstum im Jahresverlauf steigern wird, kann einiges an Kürzungen ausgeglichen werden. Außerdem stehen noch die weiteren Wirtschaftssanktionen gegen dem Iran aus. Der Markt rechnet, wie angekündigt, dass die USA die Ausnahmegenehmigungen reduzieren werden. Daher dürfte dieses Vorgehen im Preis schon eingepreist sein.

Brent kostet im Moment 67,93 US-Dollar pro Barrel. WTI wird aktuell für 59,33 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Notierungen liegen heute Morgen leicht höher. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 68,13 Euro pro 100 Liter.

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