Aufwärtstrend gestoppt

Die Rohölnotierungen konnten gestern den Trend der letzten Tage nicht folgen. Das könnte die OPEC-Vollversammlung, je nach Sitzungsverlauf ändern.

25.06.2019 | Robby Erkmann

Nächste Woche trifft sich die OPEC in Wien. Zufrieden können die erdölexportierenden Länder nicht sein, denn man wollte, dass die weltweiten Rohölbestände abnehmen. Doch wie schon in den vergangenen Wochen berichtet wurde, kam es dazu bisher nicht. Selbst mit den überraschenden Ausfällen in Venezuela, die Anfang des Jahrs noch niemand vorhersehen konnte, ist es zu keiner wirklichen Rallye am Markt gekommen.

Der Iran wird nun noch härter sanktioniert und wie es scheint verzichtet US-Präsident Trump auf einen militärischen Gegenschlag. Treffen tut es vorallem die führenden Regierungsmitglieder, deren Vermögen oder Firmen nun sanktioniert werden. Ein offener Golfkrieg wird also noch vermieden oder kann generell abgewendet werden. Allerdings bleibt die Situation für den Rohölmarkt nicht folgenlos. Die Versicherung von Öltankern vom Persischen Golf aus ablegend liegt 10mal höher, als vor dem Drohnenabschluss. Kunden müssen so bis zu 500.000 US-Dollar bezahlen, um die Fracht abzusichern. Ebenso verlangen die Reedereien Preisaufschläge von bis zu 70 Prozent.

USA profitieren von Sanktionen

Die Iransanktionen führen dazu, dass die Exporte wohl tatsächlich gegen null laufen. Das war mit Beginn der neuen Sanktionen der USA das erklärte Ziel, was jedoch viele Experten für unwahrscheinlich hielten. Analysten von Energie Aspects erklärte, dass im Mai Öltanker mit einem Volumen von 800.000 B/T den Iran verlassen hatten. Doch die meisten liegen nun einfach auf dem Meer, ohne konkrete Ziele anzufahren. Daher wurden bisher nur 200.000 B/T wirklich exportiert und entladen. Freuen tut sich das Land, was ohnehin am meisten Wachstumspotential hat, nämlich die USA. RBC Capital Markets schätzt, dass im Juni an der US-Ostküste etwa 21 Öltanker der größten Kategorie beladen werden. Im Jahresdurchschnitt wurden pro Monat bisher 13 solcher Tanker beladen. So zeigt dies einmal mehr, dass die USA in der Lage sind, eine Verknappung am Markt zu vermeiden, ganz zum Leidwesen der OPEC. Dessen Ziel ist es weiterhin den Ölpreis auf ungefähr 80 US-Dollar pro Barrel anzuheben.

Davon ist man momentan noch weit entfernt. WTI kostet im Moment 57,96 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent liegt bei 64,82 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 70,43 Euro und ist im Vergleich zu gestern gesunken etwa 50 Cent günstiger.

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