Bärenmarkt nach Preisabfall

Ein Bärenmarkt bildet sich, wenn die Preise nach einem Hoch um 20 Prozent fallen. Nach der Abwärtsbewegung herrscht eine Bärenstimmung am Markt.

05.06.2019 | Robby Erkmann

Denn Brent hat seit dem Hoch aus April um 20,4 Prozent nachgegeben. Die US-Sorte WTI liegt sogar noch da drunter und lag zeitweise bis zu 21,8 Prozent niedriger, als zum Höchstkurs im April. Das wird eine Verlängerung der Förderkürzungen beim OPEC-Treffen Ende Juni für unumgänglich machen. Schon gestern wurde berichtet, dass Saudi-Arabien weiterhin an einem stabilen Ölpreis interessiert ist, indem versucht wurde, den Ölpreisverfall durch Kommentare zu begrenzen. Positive Anzeichen gab es dann auch für eine Verlängerung der Förderkürzungen. Lediglich die Haltung Russlands ist noch unbekannt. Der russischen Ölkonzern Rosneft ist gegen eine weitere Beteiligung an den Förderkürzungen und erwarte im Falle einer Verlängerung, Ausgleichszahlungen der russischen Regierung.

Inwiefern die Erwartung und Wünsche der russischen Ölindustrie diesmal berücksichtigt werden, kann nicht gesagt werden. Doch schon bei den letzten Verlängerungen waren die großen russischen Ölkonzerne gegen eine Beteiligung Russlands, wovon sich die Regierung aber nicht beeinflusst lassen hat. Eventuell kann es in Kreisen der russischen Regierung zu einem Umdenken kommen. Da vor allem die USA von den fehlenden mengen profitieren, indem sie mehr Rohöl exportieren können. Dort wird nämlich die Ölinfrastruktur ausgebaut, damit das Förderwachstum nicht an seine Grenzen stößt. Russland ist sich dessen Tatsache bewusst und hatte schon in der Vergangenheit keinen Gefallen an dieser Entwicklung. Ein Förderabkommen ohne russische Beteiligung hätte einen denkbar preissenkenden Einfluss, da die Angebotssituation besser werden würde.

Die Lage in Libyen

Der Markt ist immer noch in Angst, um große Förderausfälle in Libyen. Diese sind bisher ausgeblieben, könnten aber die Ölpreise wieder nach oben schicken. Demnach bleibt es dabei, dass die Ölpreise sehr volatil und anfällig sind für größere Kursschwankungen. Die Aussichten auf einen Waffenstillstand stehen sehr schlecht. Denn General Haftar führt die Offensive gegen die Hauptstadt Tripolis unbeirrt fort. Der UN-Gesandte Salame warnt eindringlich vor einem langen und blutigen Kampf um Tripolis und rief zu einem Waffenstillstand auf. Innenpolitisch ist also keine Dialogbereitschaft zu erkennen, was letztendlich das aktuelle Förderniveau in Libyen gefährdet.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 66,32 Euro pro 100 Liter und ist gegenüber gestern erneut gefallen. Die Rohölpreise verharren heute Morgen auf niedrigem Niveau. WTI kostet im Moment 52,90 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent wird im Augenblick für 61,49 US-Dollar gehandelt.

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