Brent teste 60 US-Dollar Marke

Trotz der geopolitisch angespannten Situation ist der Ölpreis in den letzten Tagen gefallen. Zudem kürzt Saudi-Arabien die Förderung stärker, als gedacht.

29.01.2019 | Robby Erkmann

Die Wirkung der im Dezember beschlossenen höheren Förderkürzungen durch die OPEC hatten bisher nur moderaten Erfolg. Die Rohölpreise sind nach dem Preisabsturz zu Weihnachten letzten Jahres um etwa 10 US-Dollar gestiegen. Seitdem ist das Potential nach oben verflogen. Die Ölpreise sind in einer Seitwärtsbewegung und reagieren auch auf bullishe Nachrichten kaum. Saudi-Arabien hat durch seinen Ölminister vermelden lassen, die Ölförderung stärker, als notwendig zu kürzen. Im Zuge des Abkommens verpflichtet Saudi-Arabien sich die heimische Ölförderung auf 10,33 Mio. B/T zu reduzieren. Bis Februar plant Saudi-Arabien die Ölförderung sogar auf 10,1 Mio. B/T zu reduzieren. Der saudische Ölminister erklärte, die Rohölförderung für die gesamte Laufzeit unter den vereinbarten Mengen zu drücken. Auf eine größere Wirkung hofft man dann im Laufe des zweiten Quartals, wenn die Rohölnachfrage wieder zunimmt und der Markt dann tendenziell stärker unterversorgt ist. Ziel sei es, die Rohölbestände unter dem 5-Jahresdurchschnitt zu drücken, indem das Ölangebot im laufenden Jahr nicht die Nachfrage deckt.
Ob der Plan das saudischen Königreichs aufgeht, ist noch lange nicht sicher. Dafür sind aktuell zu viele nicht bestimmbare Variablen ungelöst. Allen voran die USA und das Wachstum der Schieferölindustrie, als auch die weltweite Konjunkturprobleme, sowie die Situation in Venezuela sind starke Preisfaktoren, die in ihrer Wirkung für das Jahr 2019 bisher schwer abzuschätzen sind.

USA setzten Venezuela unter Druck

Wie angekündigt verschärfen die USA die Gangart gegenüber der Regierung Maduros. Trump hat eine Präsidentenverfügung erlassen, die der Regierung Maduros die Einnahmen aus dem Ölgeschäft mit den USA entzieht. Die Konten der venezolanischen Nationalbank wurden eingefroren. Außerdem muss die Firma Citgo, die Tochterfirma vom staatlichen Ölkonzern Venezuelas ist, alle Einnahmen aus dem Ölverkauf mit den USA auf ein gesperrtes Konto einzahlen. Damit wolle man der Regierung Maduros die Einnahmen aus dem Ölgeschäft vorenthalten und zugleich für eine mögliche Nachfolgeregierung aufbewahren. Denn ein Exportverbot in die USA würde auch die neue Regierung direkt treffen. Das trifft die Regierung sehr stark, denn ein Großteil der Rohölförderung gehen in die USA. Im Januar waren es bis jetzt etwa 608.000 B/T bei einer Gesamtförderung von etwa 1,0 Mio. B/T. Für eine Verarbeitung des Rohöls aus Venezuela kommen nur noch Indien und China in Frage. Die Suche nach Alternativen Abnehmern dürfte daher schwer sein.

Trotz allem bleiben die Preise an den Ölbörsen gelassen. WTI kostet heute Morgen 52,08 US-Dollar pro Barrel und Brent notiert bei 59,98 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 66,16 Euro pro 100 Liter.

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