Brent verteidigt 60 US-Dollar Marke

Der gestrige Fall unter die 60 US-Dollar pro Barrel war nicht nachhaltig. Der Seitwärtskanal der Ölpreise setzt sich fort, doch wie lange noch?

30.01.2019 | Robby Erkmann

Selbst mit den bullishen Nachrichten durch die neue Situation in Venezuela kommt der Rohölpreis nicht vom Fleck. Zwar kletterte Brent gestern gut 1,5 US-Dollar nach oben, aber das hängt wohl mit den US-Sanktionen zusammen. Einnahmen aus den Rohölverkäufen mit den USA der venezolanischen Tochtergesellschaft Citgo, werden künftig auf dem Konto eingefroren. Russland hat bereits Stellung zu dem Verhalten der USA genommen und das scharf verurteilt und als illegal bezeichnet, so der russische Außenminister. Er bezeichnete das Vorgehen, als den Versuch staatliches Eigentum Venezuelas zu konfiszieren. Russland werde, laut Außenminister Lavrov, den Präsidenten Maduro unterstützen.

Analysten von JPMorgen sehen ebenfalls einen stützenden Effekt durch die Lage in Venezuela. Das Vorgehen der USA werde die Ölexporte Venezuelas wohl um 0,5 Mio. B/T reduzieren. So könnte die OPEC die fehlenden Exporte Auffangen, doch den Preiserwartungen von Saudi-Arabiens kommt die nun knappere Lage entgegen. Im Dezember reduzierte die OPEC ihre Exporte um 0,8 Mio. B/T. Damit wolle man eine Unterversorgung erreichen, damit die Rohölpreise im Verlauf des Jahres anziehen. Dieses Ziel könnte mit der neuen Situation schneller geschaffen werden. Es ist durchaus möglich, dass die Ölpreise aus dem Seitwärtstrend nach oben ausbrechen.

USA haben Schlüsselrolle inne

Die USA treiben durch das Konsequente Vorgehen gegen den venezolanischen Präsidenten Maduro, der international in der Kritik steht und von vielen Demokratischen Staaten nicht anerkannt wurde, die Rohölpreise voran. Dabei haben die USA auch an vielen anderen Fronten Schlüsselrollen inne. Mit China wird derzeitig noch über ein Handelsabkommen geredet. Das ist wichtig, um die Wirtschaft und das Ölnachfragewachstum am Laufen zu halten. Dann laufen im Mai die Ausnahmegenehmigungen für die Ölexporte des Irans aus. Inwiefern weitere Ausnahmen erteilt werden, kann derweil noch nicht abgeschätzt werden. Mal äußern sich Vertreter der US-Regierung kritisch, mal wohlwollend. Auf der anderen Seite stehen die USA auch für eine stetig steigende Rohölförderung, durch die Schieferölindustrie. Generell verlangt US-Präsident Trump günstige Rohölpreise und steht damit in Konkurrenz zu der OPEC, die gerne höhere Ölpreise hätte, damit die Staatshaushalte der Mitglieder ausgeglichen sind.

Brent und WTI liegen in den Morgenstunden etwas niedriger, als zum Handelsstart. Brent kostet aktuell 61,12 US-Dollar pro Barrel. WTI liegt im Augenblick bei 53,14 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 66,92 Euro pro 100 Liter.

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