Brexit-Chaos perfekt

Das britische Unterhaus hat das Brexit-Abkommen deutlich abgelehnt. Gegen May läuft nun ein Misstrauensvotum. Ein Schock für die Konjunkturdaten.

16.01.2019 | Robby Erkmann

Nun sind weiterhin alle Szenarien offen. Zum einen wird wohl versucht werden, mit der EU einen besseren Deal auszuhandeln. Genau mit diesem Deal war das Unterhaus nicht zufrieden, da es für Großbritannien nicht gut genug wäre. Denkbar sind auch Neuwahlen, das würde aber etwas Zeit in Anspruch nehmen und diese läuft langsam aber sich ab. Am 29. März würde dann ein ungeplanter EU-Austritt folgen. Doch auch eine neue Abstimmung über den Brexit ist möglich, auch wenn das nicht die Intention des Unterhauses war, um gegen den Brexit-Deal zu stimmen. Man war schlicht mit dem ausgehandelten Vertragswerk unzufrieden. Wie die bisherigen Verhandlungen gezeigt haben, wird die EU aller Voraussicht nach, keine weiteren Geschenke an Großbritannien übergeben. Denn Nachverhandlungen mit der EU einleiten, ist eine weitere Option. Doch es bleibt dabei, dass Großbritannien mehr sich als der EU schadet.

Andererseits würden positive Nachrichten die ohnehin schwächelnde Wirtschaft etwas ankurbeln können. Die deutsche Industrieproduktion ist im November um 1,9 Prozent gesunken. Die Exporte nach China sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4 Prozent, hier sorgt der Handelsstreit mit den USA für Probleme. Die Hochrechnungen gehen von einem BIP-Wachstum um 1,5 Prozent aus. Das ist im Vergleich zum Vorjahreswert von 2,2 Prozent ein deutlicher Rückgang. Dem schwächeren Wachstum in China will die dortige Regierung nun mit einem Konjunkturpaket begegnen. Doch nicht nur die Ereignisse in China machen den Volkswirten sorgen. Italien gilt unlängst als größtes Sorgenkind. Die Wirtschaft schwächelt, Reformen lassen auf sich warten und die Neuverschuldung ist zu hoch. Hinzu kommt die 5-Sterne-Bewegung, die einen EU-Austritt forciert. Die konjunkturelle Lage kann dieses Jahr weltweit noch stärker ins Straucheln geraten, als letztes Jahr. Das hat unweigerlich auch Auswirkungen auf den Rohölpreis, der dadurch abgeschwächt wird.

Ölpreise trotz dem Ausblick

Ist der Ausblick für das Wirtschaftswachstum weit getrübt, so stehen die Rohölpreise aktuell deutlich höher, als am Anfang des Jahres. Das liegt grundlegend mit der überstarken Preiskorrektur im letzten zusammen. Die Ölpreise haben auch nach der jüngsten Aufwärtsbewegung Luft für weiter steigende Preise, denn viele Prognosen von Analysten und Experten sehen die Ölpreise im Jahresdurchschnitt höher, als aktuell.
So kostet das Barrel Brent im Moment 60,81 US-Dollar und konnte die 60 US-Dollar Marke erneut überspringen. WTI liegt zurzeit bei einem Preis von 52,21 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis ist dagegen erneut gefallen und liegt heue bei 66,66 Euro pro 100 Liter.

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