Brexit-News mit wenig Einfluss

Die Rohölpreise reagieren auf die Neuigkeiten zum Brexit nur sehr verhalten. Zu groß sind die Befürchtungen vor der Parlamentssondersitzung am Samstag.

18.10.2019 | Robby Erkmann

Zwar ist die EU kein großer Rohölförderer, was ebenso auf Großbritannien zutrifft, doch die Märkte haben seit Monaten große Sorge wegen des Wirtschaftswachstums. Sollte das Abkommen am Samstag vom Parlament genehmigt werden, könnten die Ölpreise tatsächlich aufgrund dessen steigen. Bisher ist davon wenig spürbar, da die Unsicherheiten zu groß sind. Eine Mehrheit für das Abkommen zu finden, dürfte Premier Johnson nicht leicht fallen. Gleichzeitig stützt die aktuelle Entwicklung den Pfund und Euro-Kurs gegenüber dem US-Dollar. Das macht das in US-Dollar gehandelt Rohöl für Händler außerhalb der USA günstiger. Die bisherigen wöchentlichen US-Bestandszahlen wirken allerdings gegen den Trend. Bei den Lagerbeständen wird nach den API-Zahlen mit einem deutlichen Anstieg gerechnet.

Waffenruhe in der Türkei

In Nordsyrien kommt es vorerst zu einer Waffenruhe. Darauf hatte sich US-Präsident Trump und der türkische Präsident Erdogan verständigt. Jedoch wird dieser Waffenstillstand zunächst für nur rund 5 gelten. In jedem Fall ist diese Art von Meldung für die Ölpreise ebenfalls bearish und damit generell eher preismindernd. Nicht vergessen darf man, dass die USA den Einsatz in Nordsyrien erst ermöglicht hatten, indem die US-Truppen abgezogen wurden. Damit hatten die USA dem Wunsch der Türkei gefolgt. Nun wurden Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt, damit diese schneller für einen Dialog einlenkt. Der Konflikt birgt großes Potential sich weiter auszuweiten, da Syrien von der russischen Armee unterstützt wird. Ohnehin ist die Gefahrenlage im Nahen Osten aktuell sehr hoch. Die Proteste im Irak dauern weiter an. Hier geht es um soziale Ungerechtigkeit und Misswirtschaft. Bisher kamen über 100 Protesten um und über 4000 wurden verletzt.

Dass die Ölpreise dauerhaft ihr aktuelles Niveau halte können, spricht für die Zuverlässigkeit der aktuellen Prognosen der Rohölversorgung im nächsten Jahr. Diese soll in der ersten Jahreshälfte klar über der Nachfrage liegen und macht so den Weg frei für weitere Anstiege der Rohölbestände. Zwar hat die OPEC neuerdings angekündigt beim kommenden Treffen über die Versorgungslage zu sprechen, aber auf diese Art der Meldung reagieren die Märkte derweil kaum. Zu oft war sich die OPEC in wichtigen Punkten uneinig, auch wenn dann wieder ein Abkommen zur Beruhigung der Märkte beschlossen wurde.

Damit kann es gut sein, dass die Ölpreise auch im letzten Quartal keine Preisrallye umsetzen. So stehen die heutigen Ölpreise vorerst im Minus. WTI kostet im Augenblick rund 53,84 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert jüngsthin bei 59,62 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland tut es den Rohölpreisen gleich und liegt unterhalb des gestrigen Niveaus. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 68,60 Euro.

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