Chinas Konjunktur enttäuscht

Die Rohölpreise konnten gestern keine weiteren Preissteigerungen vollziehen. Handelsdaten aus China enttäuschten die Experten an den Ölbörsen.

15.01.2019 | Robby Erkmann

Mit Beginn der Woche machen die Handelsdaten aus China den Start. Heute Abend folgt dann der neue Monatsbericht der EIA. Die Monatsberichte der OPEC und der IEA folgen zum Ende der Woche. Die Dezemberzahlen aus China waren sehr enttäuschend. So fielen die Exporte um 4,4 Prozent und die Importe sogar um 7,6 Prozent. Diese Zahlen waren so schlecht wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die Sorge um eine Konjunkturabschwächung, die den Ölpreis schon seit letztem Jahr stark belastet, nimmt damit weiter zu. Eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China wird damit sehr wichtig bleiben. Ende des Monats wird der chinesische Vizeminister eine USA-Reise vornehmen. Darauf liegen dann die Hoffnungen, dass es zu einer Lösung kommt, denn um neue Sanktionen zu vermeiden gaben sich beide Seiten eine 90 Tage-Frist für Verhandlungen.

Und auch der Brexit treibt den Experten und Händler Sorgenfalten ins Gesicht. Das Unterhaus des britischen Parlaments stimmt über den Deal ab, der mit der EU getroffen wurde. Dieses Recht hatte sich das Parlament Ende 2017 zusichern lassen. Damit könnte der von Theresa May ausgehandelte Deal unwirksam gemacht werden. Generell ist noch alles in der Waagschale. Über ein neues Referendum über den Brexit, bis hin zu einem ungeplanten Austritt aus der EU ist alles denkbar. Das verunsichert den Markt und die Wirtschaft ungemein und tut auch dem europäischen Wirtschaftswachstum nicht gut.

Leichte Aufwärtsbewegung am Markt

Heute Morgen liegen die Ölpreise etwas höher als zu Beginn des Handelstages. Bullish wirkte eine Aussage vom Berater des US-Außenministers. Dieser deutete an, dass die iranischen Rohölkunden keine weiteren Ausnahmegenehmigungen erhalten werden, um weiter Rohöl aus dem Iran zu importieren. So soll weiterhin die Strategie verfolgt werden, die iranischen Rohölexporte auf null zu reduzieren. Dieses Ziel sollte mit Beginn der Wirtschaftssanktionen bereits im letzten Jahr durchgesetzt werden, doch wurde darauf vorläufig verzichtet. Schätzungen von Experten geben an, dass die Rohölexporte etwa um 1,0 Mio. B/T gefallen sind. Damit dürfe der Iran immer noch etwa 1,5 Mio. B/T exportieren.
Noch dunklere Wolken ziehen über die Ölindustrie Venezuelas auf. Präsident Maduro hat sich trotz internationaler Kritik wieder als Präsident ins Amt rufen lassen. Damit ist ein Rücktritt wohl ausgeschlossen. Die ohnehin rückläufige Rohölförderung Venezuelas könnte damit einen weiteren Schlag erhalten und das weltweite Ölangebot zusätzlich verknappen. Denn die USA haben als Reaktion darauf härtere Sanktionen angedroht.

Brent kostet im Augenblick 59,57 US-Dollar pro Barrel. WTI liegt im Moment bei 51,12 US-Dollar pro Barrel. Beide Notierungen liegen heute Morgen etwas stabiler. Etwas günstiger ist dagegen der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland, der heute bei 67,35 Euro pro 100 Liter liegt.

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