Der Markt ist sehr bullish

Gestern konnten die Rohölpreise die nächsten Widerstände überspringen und stiegen infolgedessen an. Brent und WTI erreichten so ein neues 5-Monatshoch.

09.04.2019 | Robby Erkmann

Für Saudi-Arabien ist die Marktkonstellation immer noch nicht knapp genug. Der saudische Energieminister al-Falih sagte in einem Interview, dass man auf dem richtigen Weg sei ein Gleichgewicht zu finden. Seiner Meinung nach sind die Ölbestände noch deutlich zu hoch und man kommt erst langsam an dem Punkt, wo diese sinken. Inwiefern die Verhandlungen vor dem nächsten OPEC-Treffen schon gereift sind, erwähnte er nicht. Wie es scheint werden die Förderkürzungen erneut verlängert, zumindest wenn es nach dem Willen Saudi-Arabiens geht. Die Vergangenheit hatte gezeigt, dass der Einfluss Saudi-Arabiens sehr groß ist und kleinere Länder bei der Ausrichtung der Strategie eher weniger Einfluss geltend machen können.

Somit werden die Förderkürzungen des letzten Beschlusses noch bis Ende Juni umgesetzt. Der Umfang wurde seinerzeit auf 1,2 Mio. B/T festgelegt, lag zuletzt aber deutlich höher, da Saudi-Arabien den Markt über den Vorgaben hinaus verknappt. Inwiefern die USA den Markt noch etwas mehr verknappen, wird der Monat Mai zeigen. Dann laufen die Ausnahmegenehmigungen aus für Länder, die noch von dem Iran Rohöl beziehen dürfen. Sollte auch hier, wie bereits angedeutet, eine Verschärfung der Vorgaben erfolgen, würden die USA selbst für höhere Ölpreise sorgen. Dabei ist US-Präsident Trump ein Verfechter von niedrigen Ölpreisen.

Kurzfristiger Ausblick

Die EIA hat angedeutet, dass die Nachfrage nach Rohöl wieder zunimmt. Gleichzeitig ist der Konflikt in Libyen eine Bedrohung der dortigen 1,3 Mio. B/T geförderte Mengen an Rohöl. Sollte der Konflikt andauern, wird die ohnehin instabile Rohölförderung wohl durch die Kämpfe reduziert. Das größte libysche Ölfeld hat erst vor kurzem wieder die Rohölförderung aufgenommen. Saudi-Arabien will auch im Monat April nicht mehr als 7 Mio. B/T für den Export bereitstellen. Insgesamt plant das Königreich die Rohölförderung bei 9,8 Mio. B/T zu belassen.

Kurzfristige Steigerungen der Rohölpreise an den Börsen müssen erwartet werden. Analysten der CitiGroup sehen für Brent das Potential bis in den Bereich von 75 US-Dollar pro Barrel vorzudringen. Der Markt ist aufgrund der aktuellen geopolitischen Krisen eindeutig bullish. Das wird sich, sofern einige Krisenherde beendet werden, auch nicht so schnell ändern.

Brent kostet heute Morgen 71,06 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt im Moment bei 64,47 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat einen klaren Sprung nach oben getätigt. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 70,87 Euro.

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