Die Ruhe vor dem Sturm

Die Ölpreissteigerungen legen zurzeit eine Pause ein. Jedoch bedeutet dies keine bessere Versorgungslage. Im Gegenteil, es wird knapper werden.

22.05.2019 | Robby Erkmann

Bremsend wirkt aktuell der Handelsstreit zwischen den USA und China, da hiermit die ohnehin angeschlagene Konjunkturentwicklung weiter belastet wird. Das dämpft entsprechend die Rohölnachfrage an den Märkten. Mittlerweile können Verbraucher sich fast glücklich schätzen, da die Preise sonst deutlich mehr Aufwärtspotential hätten. Zudem sorgt ein stärkerer US-Dollar für eine geringere, da die Ölfutures teurer für Händler außerhalb der USA werden.  Ebenfalls für Unsicherheit sorgend ist die Vermutung einer Verschiebung des OPEC-Treffen von Ende Juni auf Anfang Juli. Die Märkte brauchen Sicherheiten und dazu gehört auch Gewissheit über das weitere Vorgehen der OPEC bezüglich der Förderkürzungen.

Die Bank of America Merrill Lynch malt einen zunehmend düsteren Preisausblick auf. Experten schätzen, dass die Rohölpreise im nächsten Jahr bei 90 US-Dollar pro Barrel in der ersten Jahreshälfte liegen können. Im weiteren Verlauf sei dann auch 100 US-Dollar pro Barrel denkbar. Hierdurch wird ersichtlich, dass die Rohölpreise wohl auf dem hohem, oder noch höheren Niveau bleiben. Preistreibende Faktoren sind natürlich die geopolitischen Faktoren am Markt. Daher kann die aktuelle, sich etablierende Lage am Markt, den Grundstein legen für ein längerfristiges hohes Preisniveau, das die Verbraucher trifft.

Militärisches Eingreifen wahrscheinlicher

Mit einem neuerlichen Drohnenangriff auf ein Waffendepot in Saudi-Arabien nahmen die Spannungen erneut zu. Zudem kam es zu einem Raketenbeschuss in der saudischen Provinz Mekka. Die Huthi-Rebellen haben bislang eine Beteiligung dementiert. Das macht militärische Interventionen wahrscheinlicher, auch wenn zuletzt etwas mildere Töne angeschlagen wurden. Der geschäftsführende US-Verteidigungsminister betonte, dass es um Abschreckung gehe und nicht um einen Krieg. Der Iran beschuldigt die USA einen Wirtschaftskrieg gegen den Iran zu führen. Im Notfall werde man sich verteidigen, doch der Iran betonte, keine Eskalation aktiv betreiben zu wollen. Doch mit weiteren militärischen Angriffen der Huthi-Rebellen kann sich die Lage nicht verbessern und wird zunehmend angespannter, auch wenn die verbalen Aktionen im Moment zurückgefahren werden.

Kurzfristig sorgt das für leichtfallende Rohölpreise am heutigen Morgen. Brent kostet 71,40 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI kostet 62,49 US-Dollar pro Barrel. Ebenfalls leicht rückgängig ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Heute kosten 100 Liter Heizöl 73,67 Euro.

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