Die Wirkung der Iransanktionen

Im April werden die USA darüber entscheiden müssen, ob es weiterhin Ausnahmegenehmigungen gibt. Für ein höheres Preisniveau sorgen diese schon jetzt.

06.03.2019 | Robby Erkmann

NITC ist die Staatsrederei des Irans und besitzt die zweitgrößte Tankerflotte der Welt. Diese Tanker liegen zurzeit vor der Küste Irans und sind voll beladen. Diese riesigen Öllager können bis zu 2 Mio. Barrel transportieren. Eine Statistik der Londoner Schiffsdatei Vessels Value zeigt, dass die größten Abnehmer des Irans den Import fast vollends eingestellt haben. Dies ist natürlich die Reaktion auf die US-Sanktionen. China war einst der größte Abnehmer des iranischen Rohöls. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr des letzten Jahres, importiert das Land nur noch 10 Prozent der ursprünglichen Menge. Südkorea und Frankreich waren einst, ebenfalls wichtige Abnehmer für den Iran. Diese beiden Staaten haben ihre Importmengen vollends gestoppt. Gleiches gilt für die Großkunden Japan und Indien, die allesamt Angst haben vor den Wirtschaftssanktionen der USA, sofern man sich nicht an die Sanktionen halte.

Lediglich Abnehmer, wie Saudi-Arabien und die V.A.E. gehören zu den wenigen Ländern, die noch Rohöl aus dem Iran beziehen. Vor Beginn der neuen Sanktionen förderte der Iran etwa 2,3 Mio. B/T. Aktuell liegen die Mengen bei Rund 1,0 Mio. B/T. Sollte es in dem Jahr zu einer neuen Annäherung kommen, wird das wahrscheinlich die Rohölpreise deutlich reduzieren. Doch danach sieht es bisher nicht aus. Vielmehr zieht sich der Iran mehr Unmut der internationalen Staatengemeinschaft zu. Denn Rohölexporte werden verschleiert, indem das AIS-Signal ausgeschaltet wird, damit können die Bewegungen der Schiffe nicht mehr nachvollzogen werden.

Neuer Ölfund in der Nordsee

Equinor, ein norwegisches Ölunternehmen hat einen neuen Ölfund im Kontinentalschelf gemeldet. Demnach können die Vorkommnisse gut an die bestehende Infrastruktur der älteren Ölfelder angeschlossen werden. Für Norwegen ist das ein wichtiger Fund, denn die Rohölförderung ging im vergangenen Jahr zurück. Gleiches wird auch für das laufende Jahr vorausgesagt. Norwegen hat schon letztes Jahr die Bohraktivitäten erhöht und die Effizienz gesteigert, bisher ohne Erfolg. Daher ist es umso wichtiger, dass es nun erste positive Meldungen gibt. Ab dem Jahr 2020 wird die Ölförderung, dank der Vorkommnisse im Johan Sverdrup Ölfeld wieder steigen. Dort liegen Reserven von 2,1 bis 3,1 Milliarden Barrel.

Die Rohölpreise haben auch heute keine Preissprünge zu verzeichnen. WTI kostet aktuell 56,16 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird für 65,46 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Sorten liegen leicht im Minus. Ebenfalls leicht günstiger als gestern ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 69,17 Euro.

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