Einflussfaktoren auf den Ölpreis

Welcher Faktor ist der, der am Ende die Richtung bestimmt und den größten Einfluss auf das Preisniveau hat? Bleibt das Jahr verbraucherfreundlich?

22.01.2019 | Robby Erkmann

Zunächst einmal ist die bis dato vorherrschende Meinung, dass die Ölpreise auch dieses Jahr recht stabil bleiben werden. Das ist zum einen aus folgendem Grund wichtig, wo wir schon bei einem der ersten Faktoren sind. Bekanntermaßen sorgen sich Volkswirte bereits seit dem letzten Jahr um das weltweite Wirtschaftswachstum. Damit das Wachstum nicht weiter abgeschwächt wird, ist es wichtig einen moderaten Rohölpreis an den Märkten zu haben. Denn Industrieunternehmen und auch Verbraucher leiden unter den hohen Ölpreisen. Das Wissen natürlich auch die Staatschefs, die ein grundlegendes Interesse haben das Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten. Eine Rezession tut keiner Staatskasse der Welt gut und ist für die Politiker stets schlecht. Die neuste Warnung hat der IWF auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ausgegeben.  Für 2019 und 2020 wurde das Wirtschaftswachstum um 0,2 und 0,1 nach unten korrigiert.

Auf der anderen Seite gibt es die Rohölproduktion, die die Ölpreise natürlich ebenfalls maßgeblich beeinflusst. Zu nennen ist hier die Entwicklung in den USA, die im letzten Jahr sehr positiv war. Gleicher Trend soll sich auch in diesem Jahr fortsetzten. Analysten rechnen damit, dass in den USA die Rohölförderung in diesem Jahr um über 1,0 Mio. B/T steigen wird. Damit wird es auf der Angebotsseite deutlich mehr Rohöl geben. Gleichzeitig muss man sich dann die Frage stellen, wie die OPEC auf diese Veränderung reagiert. Hält die Gemeinschaft zusammen und wird notfalls die Rohölförderung durch ein erneutes Abkommen weiter reduzieren? Seit Einführung der Förderkürzungen wurde der Markt nicht enttäuscht, doch mit Beginn dieses Jahres ist das erste Mitglied, Katar freiwillig aus der OPEC ausgetreten.

Als letztes sind anhaltende politische Konflikte zu nennen, die immer wieder die Rohölpreise beeinflussen. Sanktionen der USA gegen Venezuela kürzen das Ölangebot. Für Wirtschaftssanktionen gegen den Iran gilt das Gleiche. Hier wird es spannend, ob die USA weiter Ausnahmegenehmigungen erteilen, sonst wird das Ölangebot drastisch verknappt werden im Laufe des Jahres. Doch auch der Handelsstreit mit China hat großen Einfluss auf die Ölpreise. Um den Konflikt mit Nordkorea ist es ruhiger geworden, wobei ein Aufflammen des Konfliktes wieder für eine höhere Risikoprämie sorgen kann. Zu guter Letzt sind innenpolitische Konflikte wie in Libyen oder Nigeria immer wieder unberechenbar und bekannt dafür, die dortige Ölförderung stark einbrechen zu lassen.

Rohölpreise bleiben schwankungsarm

Mit der aktuellen Nachrichtenlage sind die Kursbewegungen an den Ölbörsen sehr gering. Das liegt auch an dem gesünderen Preisniveau für Brent und WTI. Nach der Abwärtsbewegung im Dezember letzten Jahres war eine Gegenbewegung die logische Antwort. Wie es dieses Jahr weiter geht, hängt dann maßgleich von der Ausprägung der oben beschriebenen Faktoren ab. Alles im allen stehen die USA immer wieder im Rampenlicht, wenn es um das Ölpreisniveau geht. Bekanntermaßen ist US-Präsident Trump auch ein Verfechter niedriger Rohölpreise. Alt zu viele Sorgen über stark steigende Ölpreise sollten sich Verbraucher nicht machen.
Brent kostet im Augenblick 62,30 US-Dollar pro Barrel. WTI wird für 53,42 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,65 Euro pro 100 Liter und damit weiter in der Preisspanne der letzten Wochen.

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