Erholung an den Rohölbörsen

Nach schwachem Start ins Neue Jahr wachen die Bullen auf und treiben die Ölpreise in die Höhe. Ist das der Anfang eines nachhaltigen Anstiegs der Ölpreise?

07.01.2019 | Robby Erkmann

Die Sorten WTI und Brent stiegen am Freitag um knapp über 3 Prozent. Auf Wochensicht machten Die Rohölpreise 5,6 und 6,1 Prozent an Boden gut. Verbraucher sollten jedoch berücksichtigen, dass die Rohölpreise auf einem unglaublich niedrigen Niveau sind und vor dem Preissprung noch deutlich tiefer lagen. So hätte die Sorte WTI fast die 40 US-Dollar Marke nach unten durchbrochen. Gleiches gilt für Brent auf die 50 US-Dollar Marke bezogen. Nun bleiben die bestehenden Unsicherheiten am Markt unverändert und unverändert ist auch die weiterhin gute Versorgungssituation.

Mittelfristig stehen die Chancen Anfang April gut, dass US-Präsident Trump, als Verfechter niedriger Ölpreise, weitere Ausnahmegenehmigungen erteilen wird, für Importeure des iranischen Rohöls. Trotz bestehender Wirtschaftssanktionen liegt das Exportvolumen noch über einer Millionen Barrel pro Monat. Die Tatsache entlastet den Ölpreis merklich. Eine härtere Gangart bei der Umsetzung der Sanktionen ist nur wahrscheinlich, wenn die Rohölpreise zu niedrigen liegen sollte. Denn auch die US-Schieferölindustrie hat einen Break-Even-Point, bei dem nicht mehr rentabel gearbeitet werden kann. Der aktuelle Anstieg ist daher nicht so überraschend, denn die Konsolidierung findet auf niedrigem Niveau statt und wird aktuell durch Ausfälle in Kanada und Libyen gestützt.

Luft trotz Senkung der Preisprognosen

Die Erholung der Rohölpreise ist in Anbetracht der aktuellen Preisprognosen ebenfalls nicht überraschend. Die Rohölpreise liegen selbst nach der neusten Senkung der Preisprognosen von Goldman Sachs und S&P, noch unterhalb dieser Preiserwartungen. S&P Rating schätzt im Jahresdurchschnitt en Rohölpreis für Brent auf 55 statt 65 US-Dollar pro Barrel. Die Prognose für WTI liegt aktuell bei 50 US-Dollar pro Barrel. Beide Schätzungen wurden um 10 US-Dollar nach unten korrigiert. Goldman Sachs schätzt den Durchschnittlichen Rohölpreis bei Brent auf 62,50 und bei WTI auf 55,50 US-Dollar pro Barrel. Selbst mit den jüngsten Preissteigerungen liegen die Kurse noch unter den Erwartungen. Spielraum für eine etwas andauernde Erholung ist da. Doch sollte nicht vergessen werden, dass der Markt auch weiterhin sensibel auf bearishe Nachrichten reagiert, da die weltweiten Rohölbestände weiterhin über den 5-Jahresdurchschnitt liegen. Eine Entspannung der Versorgung kann daher schnell zu deutlichen Abwärtsbewegungen führen. Der Rohölmarkt bleibt daher auch Anfang des Jahres sehr volatil und schwankungsanfällig.

Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 58,24 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert bei 48,95 US-Dollar pro Barrel. Beide Referenzsorten liegen aktuell bei etwa 1,35 Prozent im Plus. Ebenfalls verteuert hat sich der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 66,04 Euro.

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