Förderprobleme in Europa

Der anhaltende und preistreibende Konflikt im Nahen Osten ist bekannt. Wie reagiert der knapp versorgte Markt nun auf die Wartungsarbeiten in Europa?

21.05.2019 | Robby Erkmann

Denn in der Nordsee wird es noch bis in den Juni hinein Unregelmäßigkeiten bei der Rohölförderung geben. Rystad Energy gibt die aktuelle verringerte Förderung mit 185.000 B/T an. Grund sind Ausfälle und Wartungsarbeiten, die so nicht absehbar waren. Im Juni werden sich die Ausfälle auf 462.000 B/T aufsummieren. Außerdem gibt es weiterhin Probleme mit der russischen Druzhba Pipeline. Nowak, der russische Energieminister sprach von einer noch ein monatigen Problemphase. Dann sollen wieder alle Kunden, auch in Deutschland, normal beliefert werden können. Der Markt ist damit noch knapper, als bis vor wenigen Tagen von Experten eingeschätzt.

Gestern sorgte die OPEC wieder für Aufwärtspotential. Diesmal meldetet sich das JMMC-Komitee zu Wort. Dieses Komitee dient der Überwachung der Förderkürzungen. Seitens des Komitees empfahl man, die Förderkürzungen unverändert beizubehalten und im Juni zu verlängern. Damit geht die OPEC weiterhin nicht auf die aktuelle Versorgungslage am Markt ein.

Rohölförderung weltweit auf Talfahrt

Wie nun bekannt wurde hat sich die Rohölförderung in Venezuela deutlich reduziert. Damit ist das eingetroffen, was Analysten befürchtet haben. Der ausartende Konflikt zwischen Maduro, dem amtierenden Präsidenten, der international aber kaum anerkannt ist und der selbsternannten Übergangsregierung führt zu einer stetig sinkenden Rohölförderung in Venezuela. Im Januar lag die Fördermenge noch bei 1,15 Mio. B/T. Zahlen für April belegen nun eine Fördermenge von 0,77 Mio. B/T. Dabei handelt es sich wahrscheinlich noch nicht um das Ende der Talfahrt. Die innenpolitische Situation ist mehr als prekär. Für den Iran werden ebenfalls sinkende Rohölexporte vorhergesagt. Diese sollen sich in erster Instanz auf 0,5 Mio. B/T belaufen. Daher muss auch hier mit einer weiteren abnehmenden Rohölförderung gerechnet werden.

Angesicht der allgemeinen Lage am Markt wird zurzeit Potential generiert für ein höheres Ölpreisniveau. Im Sommer, wenn die Nachfrage am Höchsten sein wird, drohen deutlich höhere Preise als jetzt. Dies kann dann auch die Heizölpreis im Winter deutlich erhöhen.

Die Ölpreissteigerungen am heutigen Morgen bleiben zu Glück vorerst aus. WTI liegt im Augenblick bei 63,20 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei 71,90 US-Dollar pro Barrel und liegt sogar leicht im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat nach dem gestrigen Erreichen eines neuen Jahreshoch nicht weiter zugenommen. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 74,30 Euro.

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