Gegenbewegung am Ölmarkt

Die Rohölpreise sind gestern vorerst gefallen. Im Tagesverlauf erhöhte sich dann das Preisniveau deutlich. Der Markt guckt besorgt auf den Iran.

21.11.2019 | Robby Erkmann

Dort gibt es heftige innenpolitische Unruhen und gewalttätige Auseinandersetzungen. Die Polizei und das Militär schlugen die Demonstrationen mit enorm viel Gewalt nieder. Amnestey International berichtet, dass mehr als 100 Menschen dadurch umgekommen seien und über 1000 Demonstranten in Haft sind. Die iranische Wirtschaft liegt am Boden und die Bürger haben sich gegen die Eliten gestellt, da die soziale Situation immer prekärer wird. Experten erwarten ein Wiederaufleben der Proteste, da di Verzweiflung in der Bevölkerung groß ist. Initialzünder für die Proteste war die Beendigung der Benzinsubventionen, sodass der Benzinpreis von jetzt auf gleich um etwa 200 Prozent angestiegen ist. Offiziell sollen mit den 2,3 Milliarden Euro an Mehreinnahmen, Hilfsgelder an bedürftige Menschen in den Iran fließen. Während den Protesten wurde das Internet im Land abgeschaltet und bisher nicht wieder freigegeben. Dies ist wohl ein Hinweis, wie sehr die Regierung neue und stärkere Proteste befürchtet. Marktteilnehmer fürchten sich derweil vor einer Auswirkung auf die Rohölförderung und Exporte. Denn jedwede weiteren Neuigkeiten am Markt waren eher der bearishen Seite zuzuordnen und hätten die Ölpreise damit nicht nach oben treiben können.

Gute Signale aus den USA

Die dortige US-Schieferölindustrie ist im laufenden Monat November stärker als gedacht, sodass diese um 113.000 B/T nach oben korrigiert wurde. Diese Aufwärtsneigung wird den Prognosen nach, wenn auch etwas schwächer, im Dezember bestehen bleiben. Daher erwartet das DOE im Dezember ein neues Rekordförderniveau von 9,13 Mio. B/T. Von der Bestandsseite gibt es ebenfalls bearishe News. Die vom API gemeldeten wöchentlichen Rohölbestände übertreffen mit 6 Mio. Barrel, die Vorhersage von 1,1 Mio. Barrel deutlich. Zugleich scheinen die Fronten im Handelsstreit mit China sehr verhärtet zu sein. Die USA bereiten ein Gesetz vor, das Lieferembargos für Polizeiausrüstungen vorsieht, da die USA die Maßnahmen gegen die Proteste in Hongkong verurteilt. Für dieses Vorgehen hat China bereits Gegenmaßnahmen angekündigt.

Heute Morgen liegen die Ölpreise vorerst im Minus. Ob sich das Preisniveau, wie gestern im Laufe des Tages wandelt, bleibt abzuwarten. Brent kostet im Augenblick 62,20 US-Dollar. Die US-Sorte WTI notiert derzeit bei 56,85 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt nach der Bewegung an den Ölbörsen höher als gestern. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl am heutigen Tage 66,86 Euro.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation