Gewinnmitnahmen nach Tweet

Trump hat nach einiger Zeit ohne Tweet über die Ölpreise, die Notierungen auf Talfahrt geschickt, da er das aktuelle Preisniveau kritisiert hatte.

27.02.2019 | Robby Erkmann

Wie lange die Pause der Preissteigerungen anhält ist schwer zu sagen. Immerhin haben die Ölpreise in diesem Jahr schon eine richtige Rallye hingelegt. Jedoch verweisen Experten dabei auf das niedrige Niveau, von dem die Ölpreise Anfang des Jahres kamen. Dies resultierte aus dem Preiseinbruch, der um die Weihnachtszeit im Dezember letzten Jahres vollzogen wurde. Brent hat seit Anfang des Jahres bis zu 25 Prozent zugelegt. Charttechnisch galt Brent dann als überkauft und die Äußerungen Trumps zu dem Kurs der OPEC gaben dann den Ausschlag für Preisnachlässe. Die Grundkonstellation am Ölmarkt bleibt trotzdem bullish, weshalb die Ölpreise weiter steigen müssten. Bullishe Nachrichten gibt es dafür genug.
Die Zeichen im Handelskrieg zwischen den USA und China stehen auf Einigung. Damit würde das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden und die Wirtschaft wieder mehr Rohöl nachfragen, was tendenziell die Rohölversorgung verknappt. Gleichzeitig spitzt sich die Lage in Venezuela immer weiter zu. Maduro geht mit Gewalt gegen die Regimegegner vor und blockiert Hilfslieferungen. Das erhöht den Druck auf die internationale Staatengemeinschaft aktiv in das Geschehen einzugreifen. Die Sanktionen der USA gegen die Ölindustrie scheinen bisher nicht zu wirken. Stattdesswen wirken die Sanktionen nur bullish für den Ölpreis, denn die Versorgungslage ist so deutlich knapper. Deshalb importieren die USA mehr Rohöl aus Russland, um den Bedarf der Raffinerien nach schwerem Rohöl zu decken, das zuvor aus Venezuela kam. Der Konflikt in Venezuela ist ein Preistreiber am Markt, der wiederrum wegfallen wird, sobald die US-Sanktionen aufgehoben sind, sofern Maduro zurücktritt und Neuwahlen stattfinden.

Weiterhin Probleme in Libyen

Das Sharara Ölfeld sollte ursprünglich wieder Rohöl fördern, nachdem es in den letzten Tagen wieder unter der Kontrolle der libyschen Armee war. Doch dazu kommt es im Moment nicht, denn die Anlage wurde wieder den gleichen Sicherheitskräften übergeben, die zuvor für Anlage gewaltsam besetzt hielten. Daher kam es zu einem Treffen vom Premierminister und dem Vorsitzenden der National Oil Company. Diese einigten sich darauf, die Sicherheitskräfte zu ersetzen und die Anlage direkt durch die Armee bewachen zu lassen. Daher wird das Force Majeure noch nicht aufgehoben und dem Markt fehlen weiterhin große Mengen an Rohöl, denn das Ölfeld fördert bis zu 350.000 B/T.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,21 Euro pro 100 Liter. Die Rohölpreise notieren am heutigen Morgen niedriger. Brent kostet im Augenblick 65,56 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI wird zurzeit für 55,93 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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