Gewinnmitnahmen nach Tweet

Trump hat nach einiger Zeit ohne Tweet über die Ölpreise, die Notierungen auf Talfahrt geschickt, da er das aktuelle Preisniveau kritisiert hatte.

26.02.2019 | Robby Erkmann

Am gestrigen Montag forderte der per Twitter die OPEC dazu auf es ruhig angehen zu lassen. Damit waren wohl die Produktionskürzungen gemeint, die seit Dezember 2018 neu beschlossen wurden. Indirekt dürfte sich damit vor allem Saudi-Arabien angesprochen fühlen, denn die saudische Regierung hat höhere Kürzungen umgesetzt, sie durch das Abkommen verpflichtet worden war. Für März hat Saudi-Arabien angekündigt, weitere Kürzungen vorzunehmen, um so den Markt noch deutlicher zu verknappen. Der Tweet von US-Präsident Trump zeigt jedenfalls Wirkung. Die Rohölpreise fielen unter ihren technischen Unterstützungen und gaben bis im späten Handelsverlauf deutlich nach.
Im vergangenen Jahr konnte Trump auch deutlich Einfluss auf den Partner Saudi-Arabien nehmen. Diese hatten die Rohölförderung gesteigert, da Trump eine Unterversorgung im Zuge der Iransanktionen vermeiden wollten. Aktuell fährt Saudi-Arabien eine deutliche schärfere Taktik, indem massiv Rohöl vom Markt genommen wird. Deshalb bekommt der Gesetzesvorschlag, der es den USA ermöglichen soll, rechtlich gegen die OPEC-Länder vorzugehen mehr und mehr Unterstützung. In früheren Zeiten hatten dieses Gesetz die Präsidenten Obama und Bush blockiert. Die OPEC ist daher nicht ganz ohne Druck bei der Wahl ihrer Taktik. Daher kann es möglich sein, dass die OPEC ihre aggressiven Kürzungen etwas zurückfährt.

Marktkonstellation bleibt angespannt

Ganzheitlich betrachtet, bleibt die Situation am Markt knapp und bullish. Sorge bereitet Venezuela. Hier befürchtet man, dass in naher Zukunft die Ölförderung weiter sinken wird. Für März und April ist daher eine knappere Versorgungslage möglich. Venezuelas Förderung soll dann um etwa 300.000 B/T niedriger sein, als jetzt. Dennoch sehen die Analysten der HSBC für Brent kaum Aufwärtspotentiale, sodass die Preise auf dem aktuellen Niveau bleiben sollen. Grund dafür ist, dass bei Ölpreisen oberhalb von 70 US-Dollar pro Barrel, die Schieferölindustrie massiv mehr Rohöl fördern würde, so die Analysten. Trotz der angespannten Lage bleiben Preiserwartungen oberhalb von 80 US-Dollar pro Barrel die Seltenheit. Korrekturen nach oben sind zwar möglich, aber eher im moderaten Rahmen.

Brent kostet heute Morgen 64,91 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI notiert bei einem Preis von 55,41 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 69,49 Euro pro 100 Liter auf einem weiterhin moderaten Niveau.

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