Handelsgespräche in Sackgasse?

Diese Woche werden die Gespräche zwischen den USA und China über ein Handelsabkommen in Shanghai weitergeführt. Aussicht auf Erfolg besteht vorerst nicht.

29.07.2019 | Robby Erkmann

Der Markt blickt vielmehr sehr skeptisch auf den weiteren Verlauf der Gespräche, die zu einem Handelsabkommen führen sollten. Dieses könnte die Konjunktur und den negativen Ausblick für das Ölnachfragewachstum verbessern. Doch danach sieht es nicht. Experten hoffen vielmehr, dass versöhnliche Töne angeschlagen werden, anstatt es zu weiteren verbalen Attacken kommt. Präsident Trump äußerte sich kritisch zu den Gesprächen. Seiner Meinung nach spekuliert China auf den US-Wahlkampf 2020 und darauf, dass es dann eine Regierung gibt, mit der man bessere Konditionen aushandeln kann. Das würde bedeuten, dass die Nachfragesorgen und Konjunkturängste sich auch auf die zweite Jahreshälfte austrecken.

Damit bleibt es dabei, dass der Rohölpreis von der Nachfrageseite her belastet wird. Dies ist schon das ganze Jahr einer der zentralen Gründe für die schwache Entwicklung der Rohölpreise. Diese können, trotz der Spannungen mit dem Iran keine Aufwärtsdynamik entwickeln. Verbraucher sind daher im Vorteil. Selbst mit den zunehmenden Spannungen der vergangenen Woche blieb der Rohölpreis nahezu konstant. Derweil hat Großbritannien ein weiteres Kriegsschiff zum Schutz der Handelsschiffe in der Straße von Hormus entsendet. Der Iran deutet, dies als weitere Provokation.

Weitere Fördermengen möglich

Außerdem wird der Markt aktuell durch Neuigkeiten im Disput zwischen Saudi-Arabien und Kuwait belastet. So nähern sich beide Seiten an, um eine Einigung zu erzielen, damit die Rohölförderung in der Neutralen Zone wiederaufgenommen werden kann. Dort schlummern Förderkapazitäten von 0,5 Mio. B/T, die den Markt noch stärker als bisher, überversorgen würden. Zudem gibt es Spekulationen, dass der venezolanische Präsident Maduro zurücktreten will. Dies soll aber nur mit Absprache der USA erfolgen. Mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Venezuela, würde sich das Rohölangebot weiter steigern. Insgesamt betrachtend, blickt der Markt aktuell eher auf bearishe Signale, die die Ölpreise weiter unter Druck setzen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 68,03 Euro und ist damit im Vergleich zu Freitag leicht gesunken. Daher verwundert es nicht, dass auch die Ölpreise schlecht in die Woche starten. WTI und Brent liegen beide etwas unter den Eröffnungskursen. Brent kostet pro Barrel 63,06 US-Dollar und WTI liegt aktuell bei 56,01 US-Dollar pro Barrel.

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