Handelsstreit lässt Ölpreise absacken

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist zurück im Marktfokus. Grund ist die gestrige Rede des US-Präsidenten vor der UN-Vollversammlung.

25.09.2019 | Franziska Berg

 

US-Präsident Donald Trump widmete sich in seiner UN-Rede zwei Ländern, die seit über einem Jahr in einem angespannten Verhältnis zu den USA stehen: Iran und China. Trump forderte andere Staaten dazu auf, sich gegen den Iran zu positionieren. Keine verantwortungsvolle Regierung solle dessen Blutrünstigkeit fördern. Die USA würden ihre Sanktionen so lange beibehalten, wie sich der Iran bedrohlich verhalte. Trump drohte sogar, die Strafmaßnahmen wenn nötig verschärfen zu können. Trotz neuer Drohungen signalisierte der US-Präsident Friedensbereitschaft. Die USA wollten Partner, keine Gegner. Irans Präsident Hassan Rouhani zeigte sich bei der UN-Vollversammlung in New York grundsätzlich gesprächsbereit. Es sei denkbar, kleine Veränderungen oder Ergänzungen am Atomabkommen vorzunehmen. Voraussetzung für Gespräche bleibt laut Rouhani allerdings die Aufhebung aller US-Sanktionen.

Gegenüber China erneuerte Trump seine handelspolitische Kritik. Bereits seit zwei Jahrzehnten warte man darauf, dass China seine Märkte offener gestalte. Doch versprochene Reformen seien nicht umgesetzt worden. Vielmehr beruhe die chinesische Wirtschaft heute auf Währungsmanipulation, Verletzung von Eigentumsrechten und staatlichen Subventionen. Nur ein umfassendes Abkommen könne den bestehenden Handelskonflikt beenden. Trump stellte allerdings klar, keinen schlechten Deal für die Menschen in Amerika akzeptieren zu wollen. Für Anfang Oktober ist die nächste Verhandlungsrunde zwischen den USA und China geplant. Dass Trump kurz vorher noch einmal harsche Kritik übt, verstärkt Zweifel an einer baldigen Einigung.

 

API meldet überraschenden Anstieg der US-Ölvorräte

In der vergangenen Woche sollen die US-weiten Ölvorräte entgegen Analystenerwartungen gewachsen sein. Das geht aus den gestern bekannt gewordenen Bestandsdaten des American Petroleum Institute (API) hervor. Nach Schätzung des API sind die US-Rohölvorräte in der Vorwoche um 1,4 Millionen Barrel gestiegen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Rückgang um 800.000 Barrel gerechnet. Bei den Benzinvorräten war indes keine Veränderung erwartet worden. Doch auch hier geht das API von einem Anstieg um 1,9 Millionen Barrel aus. Einzig die Vorräte an Mitteldestillaten seien zuletzt abgebaut worden, um 2,2 Millionen Barrel.

Insbesondere der API-Report und der anhaltenden Handelskonflikt belasten die Rohölpreise am Morgen. In den ersten Handelsstunden haben die Referenzsorten bereits ungefähr dreißig Cent verloren. WTI wird bei 56,49 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 62,10 US-Dollar kostet. Damit liegen die Rohölpreise heute auf dem niedrigsten Stand seit zwölf Tagen. Im Vergleich zum Vortag haben auch die Heizölpreise nachgegeben, um durchschnittlich 60 Cent. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 70,86 Euro.

 

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