Iran drückt die Ölpreise nach unten

Beim G7-Gipfeltreffen der Industriestaaten tauchte auch der iranische Außenminister Sarif auf. Schon hofft der Markt auf ein Ende der Iran-Sanktionen.

27.08.2019 | Robby Erkmann

Bis dahin wird es dann aber wohl doch noch ein sehr langer Weg bleiben. Dass US-Präsident Trump nicht der einfachste Verhandlungspartner ist, dürften viele Experten ebenfalls teilen. Das macht die Sache nicht einfacher. Aber dennoch, waren Analysten über den Besuch Sarif überrascht. Aus Teheran kommen nun milde Töne. Macron nahm ebenfalls Stellung zu der Entwicklung. Demnach sagte er, dass nun ein Konsens geschaffen wurde, der eine Zusammenarbeit überhaupt möglich macht. Das nährt die Hoffnung, eines Treffens von US-Präsident Trump und dem iranischen Staatschef Ruhani. Trump reagierte nicht ablehnend auf diese Andeutung. Allerdings betonte er, dass dafür noch nicht alle Bedingungen geschaffen wurden. Eine Beteiligung an diesem Treffen durch einen Dritten Staat, wie Frankreich oder Deutschland ist ebenfalls denkbar oder auch ein Beiwohnen aller ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat.

Die Ölpreise konnten daher das Aufwärtspotential zu Beginn des Handelstages nicht ausbauen. Schlussendlich ging es wieder abwärts und die Preise lagen leicht unterhalb der Notierungen des Vortages. Brent kostet aktuell 59,00 US-Dollar pro Barrel und die US-Sorte WTI wird jüngst für 53,91 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Notierungen sind heute Morgen leicht im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist ebenfalls gesunken und liegt heute bei 66,18 Euro pro 100 Liter.

Beben an den Ölbörsen?

Die Entwicklung um die Iran-Sanktionen und das aufgekündigte Atomprogramm durch die USA kann auch den Konflikt in der Straße von Hormus etwas entschärfen. Der Iran ist auf die Gesprächsbereitschaft der anderen Staaten angewiesen, sofern die Sanktionen irgendwann wieder beendet werden sollen. Daher kann man hoffen, dass es tatsächlich zu keiner militärischen Eskalation kommt. Durch die milden Worte dürfte vielmehr der Risikoaufschlag sinken und die Ölpreise verringern. Generell würde ein Ende der Iran-Sanktionen für ein Beben an den Ölbörsen sorgen. Auf einem Schlag stünde dem Markt bedeutend mehr Rohöl zu Verfügung, da seit Beginn der Sanktionen die iranische Ölförderung um mehr als 1,7 Mio. B/T gesunken ist. Die OPEC würde angesichts der fallenden Ölpreise von einem Ende der Sanktionen nicht profitieren. Es bleibt dabei, dass die Ölpreise seit fortwährender Zeit von dem Irankonflikt und dem Handelsstreit zwischen China und den USA dominiert werden. Die Angebotsseite ist vermehrt in den Hintergrund geraten.

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