Jahresendrallye bleibt aus

Dennoch waren die Ölpreise in den letzten Monaten auf Erholungskurs. Insgesamt dürften Kunden mit dem Ölpreisverlauf im Jahr 2019 zufrieden sein.

30.12.2019 | Robby Erkmann

So zeigte sich in dem zu Ende gehenden Jahr 2019 ein sehr moderater Ölpreis, der mit strukturellen Problemen zu kämpfen hatte. Maßgeblich verantwortlich war der andauernden Handelsstreit zwischen den USA und China. Dieser ist allen Anschein nach überwunden. China hat bereits mehrfach angekündigt, im nächsten Jahr die Strafzölle für über 850 Produkte zu senken. Das dürfte einem Volumen von mehreren hundert Milliarden US-Dollar entsprechen. China beabsichtigt damit die Stützung der heimischen Wirtschaft durch Entlastungen der Verbraucher und Unterstützung der Tech-Industrie. Die Regierung hatte einst versprochen zwischen 2010 und 2020 die Wirtschaft und den Wohlstand der Bevölkerung deutlich zu verbessern. BIP und Einkommen sollten sich während dieser Zeit verdoppeln. Die chinesische Regierung wird daher an ihren Zielen gemessen und daher darf das Wirtschaftswachstum aus chinesischer Sichtweise nicht zu stark fallen. Zuletzt schwächelte auch die Wirtschaft in China, weshalb die neuerlichen Maßnahmen einer der Gründe für das Gegensteuern sein könnten.

Umdenken bei Goldman Sachs

Die Ölindustrie kann in den kommenden Jahren von anderer Seite strukturelle Probleme bekommen. Goldman Sachs, als US-Großbank will in Zukunft schmutzige Kohleprojekte und Ölbohrungen in der Arktis nicht mehr finanzieren. Seit 2015 haben die Banken weltweit etwa 2 Billionen US-Dollar in Projekte investiert, die fossile Brennstoffe ausbeuten. Der erste Schritt durch Goldman Sachs kann daher ein neues Umdenken in der Branche sein. Der Klimaschutz und der Klimawandel stehen seit dem Jahr 2019 in einem ganz neuen Fokus. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Klimawandel die nächsten Jahre und Jahrzehnte das dominante Thema in der Energiebranche sein wird. Kurzfristig wird die Entwicklung der US-Rohölförderung davon nicht beeindruckt sein. So wird der Einfluss im Jahr 2020 durch ein Umlenken von Investitionsprojekten noch sehr überschaubar sein. Zuletzt hat die Rohölförderung in den USA mit 12,9 Mio. B/T ein neues Rekordniveau erreicht. Bisher sehen die Prognosen im kommenden Jahr eine Fortsetzung des Trends.

Die Ölpreise liegen heute Morgen minimal im Plus. Brent kostet im Moment 68,29 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI liegt mit 71,73 US-Dollar fast gleichauf zur Tageseröffnung.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation