Krisenregion Naher Osten

Kaum ist der Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien etwas abgeebbt, da kriselt es heftig im Irak. Bisher sind mehr als 100 Opfer zu beklagen.

08.10.2019 | Robby Erkmann

Das irakische Militär bestätigte den überharten Einsatz von Gewaltanwendungen. Gleichzeitig wurde betont, dass die dafür verantwortlichen Personen belangt werden würden. Der irakische Ministerpräsident betonte abermals, dass die Militärtruppen dazu aufgefordert wurden, sich an die Einsatzregeln zu halten. Streckenweise wurde bereits zu Beginn der Proteste auf Demonstranten geschossen, sodass die Gewalteskalation und Wutwelle umso heftiger ausgefallen ist. Das Innenministerium stritt ab, dass die Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen haben. In jedem Fall muss die Entwicklung genau beobachtet werden, da ein Flächenbrand zu einer Verringerung der Rohölförderung führen kann, sofern es Anschläge und Sabotageattacken auf die Ölinfrastruktur des Landes gibt. Dies könnte auch ein Grund sein, weshalb die Ölpreise im gestrigen Tagesverlauf angestiegen sind. Denn die irakische Regierung geht harsch gegen die Proteste vor, weshalb die zwiespältigen Berichte über die Gewaltanwendungen durchaus zutreffend sein können. In weiten Teilen des Landes wurde das Internet gänzlich abgeschaltet. Zur Besänftigung hat die Regierung erste Zugeständnisse im sozialen Sektor versprochen. Dies konnte bisher die aufgebrachte Bevölkerung nicht beruhigen, sodass weitere Demonstrationen anstehen.

Ölpreise bleiben unbeeindruckt

Die Händler an den Ölbörsen sind weiterhin optimistisch. Eine Preisrallye wird zukünftig immer noch als unwahrscheinlich erachtet. Bei Vergleich der Netto-Long-Position an den Börsen fällt auf, dass die Zahl der Händler, die auf steigende Ölpreise gesetzt haben im Vergleich zu Dienstag letzter Woche abgenommen hat. Dagegen stiegen für die Sorte WTI die Positionen an, die auf sinkende Ölpreise spekulieren. So niedrig war der Stand seit Juni nicht mehr. Diese Marktausrichtung der Händler steht also nicht für steigende Ölpreise. Bisher wurden die mittelfristigen Prognosen auch noch nicht angepasst, sodass im Jahr 2020 erneut zu einer entspannten Versorgungslage vorherrschen soll.

Die Rohölpreise bleiben seit letzter Woche Freitag nahezu unverändert. Brent kostet heute Morgen 58,66 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt aktuell bei 53,04 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist leicht gestiegen, sodass 100 Liter Heizöl im Durchschnitt 69,82 Euro kosten. Damit liegt der Heizölpreis auf dem Niveau von August. Sofern die Ölpreise moderat bleiben, sind auch hier keine Preissprünge zu erwarten.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation