Machtgefüge im Wandel

Die US-Schieferölindustrie setzt den Markt immer stärker unter Druck. Die Einnahmen und Staatshaushalte der OPEC-Mitglieder leiden zunehmend.

19.08.2019 | Robby Erkmann

Doch den Endverbraucher freut dies. Der Rohölpreis ist dieses Jahr konstant auf einem moderaten Niveau. Der Preis für ein Barrel Brent lag in der Spitze bei fast 75 US-Dollar pro Barrel. Für die Sorte WTI lag der Preis bei maximal ungefähr 67 US-Dollar pro Barrel. Beide Preise können der OPEC so nicht gefallen. Saudi-Arabien als größter Förderer und auch am einflussreichsten für die Strategie innerhalb der OPEC ist zunehmend unter Druck. Im Jahr 2018 förderte das Königreich im Schnitt noch rund 10,3 Mio. B/T. Aktuell wird noch etwa 9,6 Mio. B/T gefördert, doch wird sich dieser Wert wohl weiter verringern, denn weitere Maßnahmen zur Stützung des Ölpreises sind angekündigt worden. Im Juni förderte Saudi-Arabien noch 134.000 B/T mehr. Umgerechnet ergibt sich daraus ein Betrag von ungefähr 40 Mio. Euro pro Tag, die Saudi-Arabien weniger an Rohöleinnahmen generiert. Doch Saudi-Arabien und andere OPEC-Mitglieder brauchen einen Preis von 80 US-Dollar pro Barrel, damit die Staatshaushalte kein Defizit aufweisen. Aktuell liegen die Rohölpreise enorm weit weg, da sie nicht mal bei 60 US-Dollar pro Barrel liegen.

Vom Ölimporteur zum Exporteur

Die US-Rohölförderung lag 2016 noch bei 8,8 Mio. B/T. Im Jahr 2018 stieg diese auf 11 Mio. B/T an. Mittlerweile werden in den USA laut neusten Daten sogar 12,3 Mio. B/T an Rohöl gefördert. Betrug die Ölförderung der OPEC im Jahr 2016 noch 32,2 Mio. B/T, liegt diese heutzutage bei nur noch 30,0 Mio. B/T. Der OPEC gehen zunehmend Marktanteile verloren, bei gleichzeitig eher gleichbleibenden Ölpreisen. Die weltweiten OECD-Bestände sollen allein im Juni um 31,8 Mio. B/T zugenommen haben. Die Ölvorräte liegen damit 67 Mio. Barrel über dem 5-Jahresdurchschnitt. Dabei wollte die OPEC längst die Vorräte auf den 5-Jahresdurschnitt reduziert haben. Das Ziel wird also auch hier klar verfehlt. Ob die OPEC im nächsten Jahr nochmal mit aller Kraft versuchen wird das Ruder umzureißen, ist noch fragwürdig. Die Macht hätte die OPEC dafür, allerdings sind heutzutage die Hindernisse größer geworden, sodass der Markt nicht mehr so leicht beeinflusst werden kann. Die USA sind in den letzten Jahren nämlich vom Rohölimporteur zum Exporteur aufgestiegen und werden ihre Stellung mit den bisherigen Schätzungen ausbauen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt fast gleichauf zum Freitag vergangener Woche. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 66,86 Euro. Der Rohölpreis für Brent notiert aktuell bei 59,09 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI kostet im Moment 55,27 US-Dollar pro Barrel.

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