Märkte bleiben unruhig

Andeutungen des OPEC-Generalsekretärs stützend die Ölpreise am Nachmittag deutlich und auch die türkische Militäroffensiv wirft ihren Schatte voraus.

11.10.2019 | Robby Erkmann

Barkindo, der Generalsekretär der OPEC kündigte am gestrigen Nachmittag an, dass die OPEC in ihrer Sitzung im Dezember über die weitere Strategie für die Förderkürzungen beraten wird. Der stellte für dieses Treffen in Ausblick, dass man mit Auslaufen der Kürzungen im März nächsten Jahres die Rohölförderung erneut reduzieren könnte. Angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums verfehlen die OPEC ihr Ziel, die Ölpreise auf einem höheren Niveau zu stabilisieren deutlich. Daher scheint die Aussage erstmal sehr plausibel, weshalb die Ölpreise entsprechend bullish reagierten.  Der neuste Monatsbericht der OPEC erwartet für das kommende Jahr ein schwächeres Wachstum für die Förderung der Nicht-OPEC-Staaten. Dies wird relativiert, indem die weltweite Ölnachfrage ebenfalls schwächer eingeschätzt wird. Zugleich hatte die OPEC veröffentlich, dass Nigeria nun mehr Rohöl fördern darf, als im letzten Abkommen festgelegt wurde. Damit darf Nigeria nun 89.000 B/T mehr Rohöl fördern.

Unruhiger Start in den Freitag

Im Roten Meer, einer der wichtigsten Handelsrouten für Rohöl weltweit, ist ein iranischer Öltanker schwer beschädigt worden. Etwa 60 Seemeilen von dem saudischen Festland entfernt kam es auf dem Schiff zu einer Explosion. Rohöl läuft aus und das Schiff ist schwer beschädigt. Erste Untersuchungen und Vermutungen gehen von einem terroristischen Akt aus. In Verbindung mit der Militäroperation der Türkei in Syrien erhöht dies die Risikoprämie am Markt, was auch erklärt weshalb die Ölpreise in den letzten Tagen eine Aufwärtsbewegung aufweisen können.

Derweil warnten Analysten von RBC Capital, dass die OPEC mit weiteren Verschärfungen der Förderkürzungen die Unsicherheiten bezüglich der schwachen Rohölnachfrage weiter erhöht und damit strukturell nur noch einen stärken Preisverfall bei Rohöl auslöst. Gerade im Hinblick auf den Handelsstreit ist weiterhin kein Fortkommen zu beobachten. Hier verwies zuletzt auch Barkindo nochmals auf die Dringlichkeit eines Handelsabkommens zwischen China und den USA zur Stützung der Konjunktur und des Rohölpreises. Das ist bisher aber nicht gegeben.

Dadurch bleiben die Preisanstiege an den Ölbörsen moderat. Brent und WTI liegen heute Morgen etwa 1,2 Prozent höher. Brent kostet damit 60,27 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert im Augenblick bei 54,52 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 68,90 Euro pro 100 Liter und ist damit etwas günstiger als gestern.

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