Mehr Aufwärtspotential im Markt?

Wie hoch können die Rohölpreise in der ersten Jahreshälfte noch getrieben werden und wovon hängt der kurzfristige Trend der Rohölpreis ab?

29.03.2019 | Robby Erkmann

Currie von der Großbank Goldman Sachs schätzt den Markt bis Anfang Mai ausgeglichen ein. Dazu muss man bemerken, dass die politische Situation in Venezuela unvorhergesehen einige Mengen Rohöl vom Markt genommen hat. Sonst würde der Rohölpreis wohl deutlich niedriger liegen und die OPEC würde sich gezwungen sehen noch härtere Maßnahmen zu ergreifen. Dabei sieht Currie die Möglichkeit, dass die Ölpreise bis auf 70 US-Dollar pro Barrel ansteigen. In der zweiten Jahreshälfte sollen diese dann aber auf 60 US-Dollar pro Barrel sinken.
Scott Bauer von der Prosper Trading Acadamy schätzt die Ölpreise etwas fester ein. WTI wird ab einem Preis von 61 US-Dollar pro Barrel auf große Widerstände treffen. In den nächsten vier Wochen wird der Rohölpreis für WTI seiner Einschätzung nach unter der 60 US-Dollar Marke bleiben. Hauptgrund ist die schlechte Konjunkturentwicklung und damit auch das magere Ölnachfragewachstum. Der Rohstoffhändler Trafigura erwartet Brent das gesamte Jahr über bei einem Niveau von etwa 67 US-Dollar pro Barrel, da die Nachfragesorgen die Ölpreise im Griff behalten. Ole Hansen von der Saxo Bank erklärte, dass die Rezessionsrisiken auf dem höchsten Niveau seit 2008 seien.

Alles in allem ist die Konstellation am Markt unverändert zu den vorherigen Wochen. Zwar wird der Markt deutlich verknappt durch die OPEC und Sanktionen gegen den Iran und Venezuela. Auf ein höheres Preisniveau hat das derweil nicht geführt, auch wenn die Preise im Vergleich zu dem Tief vom Ende letzten Jahres deutlich zugelegt haben. So ist der Rohölpreis letztendlich auf sein altes Preisniveau zurückgeklettert, das auch vorher als angemessen eingeschätzt wurde.

Wichtige Ereignisse

Der Markt schaut weiterhin auf China und den USA, da eine Beendigung der Strafzölle das Wirtschaftswachstum ankurbeln kann. Hier kann es im April zu der lang ersehnten Einigung kommen. Zudem wird im April die OPEC über eine Verlängerung der Förderkürzungen beraten. Erste Erkenntnisse wie die OPEC dazu steht, sind sehr wichtig für den Markt. Außerdem wird ein Blick auf die Ausnahmegenehmigungen für den Rohölexport des Irans geworfen. Diese Laufen demnächst aus und die USA wollen die Ausnahmegenehmigungen verringern. So werden die nächsten Monate sehr spannend und richtungsweisend für die zweite Jahreshälfte.

Die Rohölpreise verzeichnen kaum eine Veränderung im Vergleich zu den vorherigen Tagen. Brent kostet heute Morgen 68,12 US-Dollar pro Barrel. WTI liegt im Moment bei 59,68 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis ist leicht niedriger als gestern. 100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurchschnitt 68,70 Euro.  

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