Normalisierung am Markt

Die Rohölpreise reagieren nicht mehr so massiv auf stützenden, wie auch negative Nachrichten. Das spricht für ein gesünderes Preisniveau.

17.01.2019 | Robby Erkmann

Russland ist es nun möglich die Umsetzung der Förderkürzungen schneller zu vollziehen. Aus technischen und klimatischen Gründen kann Russland die versprochenen 230.000 B/T nicht vom Markt nehmen. Nun soll aber bis April die Umsetzung erfolgt sein. Damit würden etwa pro Monat 60.000 B/T vom Markt genommen werden. Stützend ist auch die Konjunkturmaßnahme aus China. Steuersenkungen sollen den privaten Konsum ankurbeln. Zudem erfolgen große Investitionen in die Infrastruktur, die die Austragsbücher der Unternehmen füllt und gleichzeitig die Nachfrage nach Rohöl anheben wird. Damit will China dem sinkenden Wirtschaftswachstum begegnen.

Genau diese Konjunktursorgen sorgen bei den Händlern dafür, dass die Wetten auf höhere Ölpreise reduziert werden. Denn China ist der zweitgrößte Ölkonsument, nach den USA und hat daher großen Einfluss auf ein mögliches Überangebot an Rohöl, wenn die Verbräuche sinken sollten. Ebenfalls bearish ist die Möglichkeit, dass weitere Ausnahmegenehmigungen für Abnehmer des iranischen Rohöls nun doch nicht so unwahrscheinlich sind. Es wird aktuell nicht vollkommen ausgeschlossen, dass es ab April keine Ausnahmegenehmigungen mehr gibt. Die Vorgehensweise wird auch von dem Ölpreis abhängig sein. Zudem sind manche Abnehmer des iranischen Rohöls auf dieses angewiesen und können ihre Raffinerien nicht umstellen. Unwahrscheinlich ist es, dass die USA die Länder dann mit Sanktionen belegen.

US-Zahlen drücken Ölpreise

Die wöchentlichen Bestandszahlen aus den USA sind bearish beim Markt angekommen. Die Reaktion auf die Zahlen ist aber nicht unüblich. Das spricht für ein gesundes Preisniveau. Mit der aktuellen Gesamtsituation sollten Verbraucher nicht nochmal von einer neuen Korrekturbewegung nach unten profitieren. Das DOE hat Abbauten von 2,7 Mio. Barrel gemeldet. Hohe Exporte und niedrigere Importe relativieren diese Zahl. Die Benzinbestände sind um 7,5 Mio. Barrel und die Destillatbestände sind um 3,0 Mio. Barrel gestiegen. Die Raffinerieauslastung ist gesunken, weshalb die Abbauten bei Rohöl umso stärker zu interpretieren sind. Ebenfalls bearish ist die US-Rohölförderung die laut wöchentlichen Zahlen bei 11,9 Mio. B/T liegen soll. Das ist ein neues Rekordhoch.

So liegen WTI und Brent heute Morgen beide leicht im Minus. WTI kostet 51,77 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei einem Rohölpreis von 60,76 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis beträgt heute 67,03 Euro pro 100 Liter. Der Bundesdurchschnitt für Heizöl ist damit ganz leicht zu gestern gestiegen.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation