Ölmarkt bleibt turbulent

Trumps politisches Handeln bringt viel Unruhe in den Markt, weshalb die USA maßgeblicher Preistreiber sind. Die US-Wahlen könnten das ändern.

10.05.2019 | Robby Erkmann

Denn die Bürger und damit die Wähler in den USA achten stark auf die Tankstellenpreise. Ein hoher Rohölpreis wird die potentiellen Wähler nicht erfreuen. Zumal der amtierende US-Präsident dafür streckenweise verantwortlich gemacht wird, indem er den Markt durch Sanktionen gegen andere Staaten verknappt. Dazu kommt, dass er im Handelskonflikt mit China wieder deutlich offensiver geworden ist. Ab heute wurden die Strafzölle von 10 auf 25 Prozent angehoben. Das hatte der chinesischen Regierung nicht gefallen, weshalb Gegenmaßnahmen angedroht wurden, die bisher nicht genauer spezifiziert wurden. Die Rohölfutures für den Monat Juni sind zwischenzeitlich weiter angestiegen, um anschließend wieder zu fallen. Das  verdeutlicht die nervöse Stimmung am Markt. Generell belastet der Handelskonflikt die Rohölpreise, denn ein schwächeres Wirtschaftswachstum lässt die Nachfrage nach Rohöl fallen. Dennoch ist dies keine dauerhafte Lösung und stärkt nur die außenpolitisch angespannte Lage.

Die Sanktionen gegen den Iran bringen die USA ohnehin in eine komplizierte Situation. Bisher konnten unter anderen Indien, China, Südkorea und die Türkei durch Ausnahmegenehmigungen noch Rohöl beziehen. Bestehen die USA auf eine 100 prozentige Umsetzung gefährden sie die Beziehungen zu Südkorea und indirekt die Abrüstungsverhandlungen mit Nordkorea. Die Türkei könnte sich noch stärker Richtung Russland zubewegen und mit China droht bei schlechteren Beziehungen ein andauernder Handelsstreit. Es ist anzunehmen, dass im Zuge des Wahlkampfes derlei Konflikte vermieden werden, damit die Rohölpreise auf einem moderaten Niveau bleiben.

Markt ausreichend ist versorgt

Allerdings bleiben größere Sorgen vor Engpässen bisher aus. So sieht die EIA den Markt noch als ausreichend versorgt an, doch wie lange kann dies gewährleistet werden? Ein aufatmen der Marktteilnehmer wäre daher viel zu früh. Mindestens bis zum nächsten OPEC-Treffen bleiben viele Unsicherheitsfaktoren am Markt. Denn noch ist unklar, wie stark die OPEC gewisse Preisnachlässe an den Ölbörsen unterbinden will. In der Vergangenheit war oft ein Niveau von 80 US-Dollar wünschenswert. Zumal die Krisen in Venezuela und Libyen längst nicht überstanden sind, könnten diese zu weiteren Einbußen bei der Rohölförderung führen. Und auch wenn Saudi-Arabien kurzfristig mehr Rohöl fördern kann, die inländische Nachfrage wird mit dem Beginn der heißen Sommermonate deutlich anziehen. Das reduziert die Handlungsspielräume des Königreiches, einen eventuell zu knapp versorgten Markt zu vermeiden.

Die Rohölpreise liegen heute Morgen höher, als zu Eröffnungsbeginn. Brent liegt wieder oberhalb der 70 US-Dollar Marke und kostet 70,75 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI wird im Moment für 62,11 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat dagegen etwas nachgegeben. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt 70,29 Euro.

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