Ölpreis kommt nicht vom Fleck

Endkunden dürften angesichts der Lage hoffen, dass niedrige Ölpreise am Markt etabliert bleiben. Dazu ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

11.06.2019 | Robby Erkmann

Zwar stiegen die Notierungen seit Freitag an, am gestrigen Montag ging es dann aber wieder abwärts. Die Tatsache, dass Strafzölle der USA auf Warenimporte aus Mexiko erstmal nicht mehr drohen, ist gut für die Rohölpreise, die aber derweil noch eine klare Bewegung vermissen lassen. US-Präsident Trump hatte per Twitter verkündet, dass nach langen Verhandlungen eine Einigung mit Mexiko erzielt werden konnte. Die USA hatten Mexiko vorgeworfen nicht genug gegen Illegale Migration zu unternehmen. Nun hatte Mexiko zugesagt, vor allem die Südgrenze zu Guatemala besser zu sichern, damit diese erst gar nicht nach Mexiko gelangen, um von dort weiter in die USA ziehen. Der japanische Notenbankchef Kuroda begrüßte am Samstag beim Finanzministertreffen der G20 Länder diese Neuigkeit und betonte, wie wichtig eine Verhinderung von weiteren Strafzöllen für die Weltwirtschaft ist.

Russische Annäherung

Jetzt also doch. Nach einem Treffen des saudischen und russischen Ölministers meldete sich der russische Amtsvertreter Alexander Nowak zu Wort. Laut seiner Meinung bestehe die Gefahr eines Preissturzes auf 40 US-Dollar pro Barrel, sofern die Kooperation mit der OPEC beendet wird. Er betonte, dass Russland selbst bei 40 US-Dollar rentabel Rohöl fördern kann, aber sei hier die eigene Schmerzgrenze fast erreicht. Er versprach weitere Analysen der momentanen Marktlage. Experten deuten, dies allerdings als Zeichen einer inoffiziellen Einigung mit Saudi-Arabien, sich weiter an dem OPEC-Abkommen zu beteiligen. Das veranlasst auch die Großbank Goldman Sachs dazu die momentanen Prognosen unverändert zu lassen, da man bisher von einer weiteren Beteiligung ausgegangen ist. Die Prognose für das dritte Quartal liegt bei 65 US-Dollar pro Barrel Brent. Anhand des aktuellen Ölpreises würde das kaum Aufwärtspotential zulassen. Analyst Currie erklärte zudem, dass die steigende US-Schieferölindustrie den Markt noch schwerer einschätzen lässt.

Die Rohölnotierungen liegen im Moment höher, als zur Tageseröffnung. De Nordseesorte Brent kostet zurzeit 62,60 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte liegt im Augenblick bei 53,76 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hatte Freitag einen vorläufigen Tiefpunkt von 65,74 Euro pro 100 Liter erreicht. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 66,79 Euro.

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