Ölpreise durchbrechen Widerstände

Das nunmehr wohl tatsächlich zustande gekommene Teilabkommen zwischen den USA und China stützt die Ölpreise, ist aber mit vorsichtig zu genießen.

19.12.2019 | Robby Erkmann

Doch warum ist es noch nicht vollends sicher, ob das Teilabkommen zustande kommt? Das 86 Seiten lange Dokument wird in jedem Fall erst im Januar unterzeichnet. Zugleich wollte China das Abkommen durch Juristen prüfen lassen und einer genaueren Übersetzung vollziehen. Die chinesische Regierung sprach unterdessen, dass man gleichberechtigt und respektvoll mit den USA zusammenarbeiten möchte. Dabei kann genau das, ein großes Hindernis sein, sofern Trump Präsident der USA ist. Insofern ist es nicht unwahrscheinlich, dass es weiteren Gesprächsbedarf zum aktuellen Status gibt. China kann kaum doppelt so viele Agrarprodukte kaufen, wie vor dem Handelsstreit, da allein die Schweinepest in China den aktuellen Bedarf stark vermindert haben wird. Doch dennoch jubelt der Markt und hofft auf ein Widererstarken der Konjunktur. Das hat die Ölpreise durchweg positiv tangiert und hat infolgedessen ein neues 3-Monatshoch hervorgebracht.

Die Preisprognosen könnten daher demnächst durchaus angepasst werden. Die Rohölpreise sind seit nunmehr 3 Monaten in einer Gewinnserie mit zwischenzeitlichen Preisrückgängen. Seit dem OPEC-Treffen am 5. und 6. Dezember sind die Rohölpreise um 10 Prozent gestiegen. Andererseits kann der Ölpreis mit Beginn des nächsten Jahres unter Druck geraten, wenn die Förderkürzungen nicht das versprechen, was sich der Markt erhofft. Hier sind dann vor allem die am Abkommen beteiligten Länder gefragt und die Einhaltung der Vorgaben.

US-Zahlen uneinheitlich

Das API meldete vor den DOE-Zahlen einen Anstieg der Rohölbestände in den USA um 4,7 Mio. Barrel. Das Energieministerium zeichnete Abbauten über 1,1 Mio. Barrel auf. Bei den Produktevorräten meldeten beide Berichtsdaten Aufbauten. Bei Benzin überrascht dies insofern, als dass die Vorräte hier weiter steigen, obwohl die Nachfrage ebenfalls zunimmt. Dies ist bearish zu deuten und zeigt, doch dass die USA weiterhin sehr gut versorgt sind. Die Rohölförderung bleibt mit 12,9 Mio. B/T auf dem Rekordniveau. Die IEA rechnet für die kommende 1. Jahreshälfte 2020 weiterhin mit einer Überversorgung. Diese wird von den USA weiter beflügelt, da die Schieferölindustrie auf Wachstumskurs bleibt. Dennoch kann es am Markt weiterhin zu Preisanpassungen nach oben hin kommen. Diese können andersherum im nächsten Jahr wieder abgebaut werden. Die Rallye ist momentan vornehmlich auf die gute Nachrichtenlage am Markt zurückzuführen.

WTI und Brent konnten auf Wochensicht etwa 3 Prozent ansteigen. Brent liegt bei 66,19 US-Dollar pro Barrel und WTI notiert heute Morgen bei 60,95 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 69,95 Euro pro 100 Liter.

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