Ölpreise fallen, trotz Mexiko

Der US-Aktienmarkt ist nach der Neuigkeit von einer Einigung mit Mexiko und der Abwendung von Strafzöllen gestiegen. Die Ölpreise tun dies nicht.

12.06.2019 | Robby Erkmann

Anderweitige Sorgen wiegen wohl schwerer und drücken die Rohölpreise entsprechend nach unten. Hier ist auch das Ölnachfragewachstum als Sorgenfaktor einzuordnen. Analyst Fereidun von FGE befürchtet ein Sinken des weltweiten Nachfragewachstum auf unter 1,0 Mio. B/T. Aktuelle Schätzungen von Experten rechnen im Augenblick noch mit 1,3 bis 1,4 Mio. B/T. Ähnliche Sorgen teilt auch der russische Energieminister Nowak, der den Rückgang auf 1,0 Mio. B/T schon für das aktuelle Jahr als Bedrohung ansieht. Zugleich wäre dies das niedrigste Wachstum seit 2011. Selbst der Kommentar einer sehr wahrscheinlichen Fortführung der Förderkürzungen bis Ende dieses Jahres des Energieministers der V.A.E. auf dem internationalen Wirtschaftsforum sorgt für keinerlei Aufwärtstendenzen. Der Rohölmarkt bleibt damit in einem starken Spannungsfeld, dass immer wieder für größere Kursschwankungen nach oben und unten sorgen kann.

So profitieren Verbraucher von einem erneut leicht fallenden durchschnittlichen Heizölpreis in Deutschland. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt 66,35 Euro und damit 44 Cent weniger, als gestern. WTI und Brent liegen momentan beide über einen Prozent unter ihren Eröffnungskursen. Brent kostet augenblicklich 61,36 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird im Moment für 52,41 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

Tendenzen durch neue Berichte?

Im Laufe der Woche werden die aktuellen Monatsreports von der EIA, OPEC und IEA veröffentlicht. Diese geben allen Anschein keine Hoffnung auf preisstützende Nachrichten. Zum Leidwesen der OPEC, allerdings zur Freude der Verbraucher. Denn einige Marktausblicke für 2020 sagen eine Überversorgung voraus. S&P Global Platts beziffert die Überversorgung im kommenden Jahr aktuell auf 0,4 Mio. B/T. Die EIA ging bei der letzten Prognose von 0,1 Mio. B/T. aus und wird diese wohl kaum nach unten anpassen. Die Analysten von IHS Markit schätzen die Unterversorgung sogar auf 0,8 Mio. B/T ein. Momentan würden nach einer Schätzung der IEA die momentanen Fördermengen der OPEC von 30,2 Mio. B/T, den prognostizierten Bedarf von 30,1 Mio. B/T übersteigen. Unter Umständen könnte sogar eine Ausweitung der Kürzungen bei der OPEC-Vollversammlung Ende Juni diskutiert werden. Stand jetzt ist das noch unwahrscheinlich und kein Thema, aber zufrieden ist die OPEC mit dem Ölpreis nicht. In der Vergangenheit wurde stets betont, dass die Zielmarke bei 80 US-Dollar pro Barrel Brent liegt.

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