Ölpreise geben erneut nach

Die Erwartung am Markt blieben getrübt. Die Rohölnotierungen fielen gestern ihre unter ihre Unterstützungen und konnten sich danach nicht mehr erholen.

06.08.2019 | Robby Erkmann

Nachdem Trump erklärte, dass die USA ab September neue Strafzölle auf chinesische Produkte einführen werden, kam es gestern zu Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung. Anders als es der Markt gebraucht hätte, weitet sich der Handelsstreit nun aus, obwohl beide Staaten erst wieder angefangen haben in Konflikt die Verhandlungsgespräche aufzunehmen. China erklärte nun, dass man weniger Agrarprodukte aus den USA kaufen werde. Zuvor sprach US-Präsident Trump noch von einem Verhandlungserfolg bei der Durchsetzung von einem höheren Export von US-Agrarprodukte nach China. Für Trump ist das sehr wichtig, denn in der Agrarbranche arbeiten viele potentielle Wählerstimmen, die im US-Wahlkampf um die Präsidentschaft sehr wichtig werden könnten. Außerdem hat China die eigene Währung stark abgewertet, dass diese auf dem niedrigsten Stand seit 2008 absackte. Dies wird als eine direkte Reaktion auf die Ankündigung der USA angesehen. Mit dieser Maßnahme werden die in China hergestellten Produkte für ausländische Nachfrager günstiger. Dies stärkt den Außenhandel und erhöht die chinesischen Exporte. Für Kunden in den USA werden die Waren in China billiger und die Strafzölle können so teilweise umgangen werden.

Experten sehen das Vorgehen Chinas, als deutliche Warnung an sich nicht, dass man sich nicht vor den USA versteckt. Allerdings nimmt es mehr und mehr die Hoffnung auf eine Einigung im Handleskrieg. Ein dauerhaft zunehmender Protektionismus wird die Weltwirtschaft nachhaltig schwächen und die Konjunktursorgen vergrößern. Als direkte Folge sprach die US-Regierung von einer Währungsmanipulation, die Sanktionen als Konsequenz haben könnte.

Schlüsselwiderstand rückt näher

Marktteilnehmer blenden viele weitere Ereignisse aus. So rücken die geopolitischen Krisen in Venezuela und dem Iran vermehrt im Hintergrund. Die Experten schauen aktuell wieder auf die Entwicklung der US-Bestandsdaten, die im Laufe der Woche veröffentlicht werden. In den letzten Wochen reduzierten sich die Rohölbestände stetig. Genscape erwartet für die Lager in Cushing einen Abbau von 2,4 Mio. B/T. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch die API-Daten und DOE-Daten diese Woche weiter sinkenden Bestände verzeichnen. Der Blick des Marktes geht also deutlich Richtung der Versorgungslage, anstatt Richtung möglicher militärischer Eskalationen und Risikoprämien. Das hält den Rohölpreis auch in der aktuellen Phase auf einem niedrigen Niveau. In den nächsten Wochen ist es möglich, dass der WTI-Preis den Widerstand bei 50 US-Dollar unterschreitet. Dieser wurde im Mai dieses Jahrs nicht unterschritten. Es bleibt also sehr spannend.

Nach den gestrigen Verlusten liegen die Rohölpreise heute Morgen etwas höher. WTI kostet 55,13 US-Dollar pro Barrel und die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 60,2 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat im Vergleich zu gestern deutlich nachgelassen und liegt heute bei 66,76 Euro pro 100 Liter.
 

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