Ölpreise geben nach

Die Wirkung der OPEC-Förderkürzung ist am Markt überhaupt nicht zu spüren. Die Rohölpreise könnten über den Sommer recht moderat bleiben.

03.07.2019 | Robby Erkmann

Allerdings ist es dafür notwendig, dass es durch die iranischen Provokationen nicht zu einem neuen Golfkrieg kommt. Dieser würde die Rohölpreise höchstwahrscheinlich schlagartig deutlich verteuern. Obwohl der Iran kaum noch Rohöl in Exportländer verschifft, dürfte allein die Risikoprämie und die Angst vor einem Flächenbrand in anderen Ländern, enorm sein. Die Marktteilnehmer schauen also mit Sorge auf die politische Entwicklung. Die OPEC hat also mit dem neusten Abkommen für keine bullishe Stimmung gesorgt. Ganz im Gegenteil, der Markt bleibt weiterhin gut versorgt, so wie es die Analysten und Monatsberichte in den letzten Monaten dargestellt hatten. Grundlegend dafür verantwortlich ist die Tatsache, dass die OPEC-Kürzungen auf dem aktuellen Niveau von 1,2 Mio. B/T konstant bleiben. Die Vereinbarung der um 3 Monate längeren Laufzeit auf nunmehr 9 Monate ist unerheblich. Vielmehr dürfte dies in 6 Monaten, wenn die OPEC ihr regelmäßiges Treffen veranstaltet, für reichlich Spekulationen sorgen, was in den 3 Monaten danach erfolgt und ob auf diesem Treffen schon Vorverträge unterzeichnet werden für die Sitzung 3 Monaten darauf.

Stützen können die Handelsgespräche

Diese wurden von den USA und China wiederaufgenommen, wenngleich Trump betonte, dass es keine Eile gibt schnell eine Einigung zu erzielen. Doch es wurden der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei von der schwarzen Liste in den USA genommen. Diese hatte es US-Firmen nicht mehr erlaubt Waren und Dienstleistungen mit Huawei auszutauschen, woraufhin der Konzern große Probleme bekam. Die Beendigung dieser Sanktionen ist jedenfalls ei positives Zeichen. Weitere Fortschritte im Handelskonflikt können, im Gegensatz zu den OPEC-Förderkürzungen, das Potential haben die Rohölpreise anzuheben. Doch ein Abschluss ist wohl noch in weiter Ferne. Marktteilnehmer hoffen also in erster Linie darauf, dass die geopolitischen Spannungen nicht zunehmen. Dann drohen vorerst auch keine bösen Überraschungen beim Heizölpreis.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland bleibt dagegen recht volatil. Nach einem Anstieg gestern ging es heute wieder fast einen Euro bergab. Das steht spiegelbildlich für die letzten zwei Wochen. Mit 68,10 Euro pro 100 Liter bleibt der Heizölpreis aber auf einem erträglichen Niveau. Brent kostet im Augenblick 62,43 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt heute bei 56,37 US-Dollar pro Barrel. Beide Sorten bleiben damit auf moderatem Niveau.

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