Ölpreise halten Aufwärtsbewegung

Die OPEC dreht weiter an der Rhetorikschraube um die Ölpreise zu beeinflussen. Das hat die Ölpreise gestern steigen lassen. Ob dies Nachhaltig ist?

14.11.2019 | Robby Erkmann

Händler sehen die Aufwärtsbewegung als Reaktion auf Aussagen des OPEC-Generalsekretärs Barkindo. Dieser hatte zwar zuletzt davon abgeraten, dass die OPEC im Dezember höhere Förderkürzungen beschließen soll. Andererseits war seine gestrige Äußerung durchweg preisstützend. Er sprach während eines Besuches in Abu Dhabi von einem durchweg realistischen Rückgang der Rohölförderungsprognosen für Länder, die nicht in der OPEC sind. Dazu zählen die USA und Mexiko, jedoch auch Russland, da Russland nur zum erweiterten Kreis der OPEC gehört. Angebotsseitig käme es dadurch zu deutlichen Einschnitten. Geradeweg die USA könnten die Angebotsmengen gefährden, so Barkindo. Hier kann sich das Wachstum der US-Schieferölproduktion abschwächen.

Schon im Oktober hatte Caterpillar Probleme beim Absatz von Pumpeinheiten für die Fracking Branche gemeldet. Der Verkauf der Hubkolbenmotoren war im dritten Quartal rückläufig und kann damit als Frühwarnindikator angesehen werden. Ein Jahr zuvor lag der Umsatz im Energie- und Transportsektor noch 9 Prozent höher, als in der aktuellen Berichtssaison. Derweil wurde auch die US-Bank Goldman Sachs kritischer und hat die Förderprognose für die US-Ölindustrie angepasst.

Monatsberichte vermehrt bearish

Die IEA hat ihren Monatsbericht veröffentlicht. Demnach wird auch hier ein langsameres Wachstum der US-Schieferölindustrie erwartet. Doch an dieser Tatsache gibt es nichts zu Zweifeln. Schon im nächsten Jahr soll das Niveau bei 19 Mio. B/T liegen und damit rund 2,4 Mio. B/T mehr als im Moment. Gleichzeitig werden die Macht und Bedeutung der OPEC weiter schwinden. Innerhalb eins Jahrzehnts wird erwartet, dass der Marktanteil von derzeitig 55 Prozent auf etwa 47 Prozent absinkt. Hierzu kommt die Meldung, dass die Keystone Pipeline in Kanada am Wochenende wie prophezeit wieder in Betrieb genommen wurde. Damit können wieder bis zu 590.000 B/T in die USA exportiert werden, um dort weiterverarbeitet werden zu können. Zum Ende der Woche werden die Märkte dann wieder ihren Blick auf die wöchentlichen US-Bestandsdaten legen, die dadurch Preiseinfluss auf die Ölpreise haben.

Die Ölpreise stehen heute früh wieder oberhalb ihres Eröffnungskurses. Brent kostet dadurch 62,73 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI liegt mit 56,52 US-Dollar pro Barrel ebenfalls höher. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat gestern bei 67,54 US-Dollar pro Barrel gelegen und war damit niedrig als am Vortag.

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