Ölpreise legten deutlich zu

Im gestrigen Handel konnten die Rohölpreise eine deutliche Aufwärtsbewegung vorweisen. Mittelfristig bleiben die Vorgaben für die Ölpreise schwach.

20.08.2019 | Robby Erkmann

Die gestrige Bewegung kann mit Neuigkeiten zum Auftreten der OPEC zu tun haben. Offiziell dementiert die OPEC noch, dass man sich Gedanken über eine neue Strategie macht. Bloomberg beruft sich auf Insider, dass der saudische Ölminister bereits Anfang August auf die OPEC-Mitglieder zugegangen ist, um auszuloten wie diese zu einer Verschärfung der Förderkürzungen stehen. Nun ist wohl ein Treffen von einigen OPEC und OPEC+ Mitgliedern an. Das bedeutet, dass auch Russland diesem Treffen beiwohnt. Was das weitere Vorgehen von Saudi-Arabien angeht, muss auch der weiterhin mögliche Börsengang des staatlichen Ölkonzern Saudi Aramco berücksichtigt werden. Die Kürzungen drücken aktuell die Umsätze und Gewinne des Konzerns und vermindern die börsentechnische Bewertung, da ein Minderheitenverkauf von Anteilen weiterhin geplant ist. Andererseits mindern auch sinkende Ölpreise die Umsätze. Das heißt, kürzt Saudi-Arabien weniger stark die Rohölförderung verkauft es zwar mehr Rohöl, dann aber zu wohl niedrigeren Preisen, da das Rohölangebot am Markt zunimmt.

Thomas Gutschlag, Vorstand der Deutschen Rohstoff AG, die seit 2011 Ölprojekte in den USA begleitet, lobt die US-Schieferölindustrie, die mittlerweile perfektioniert ist. Dennoch wird die Förderung jedes Jahr bis zu 8 Prozent günstiger, so Gutschlag. Die Entwicklung ist damit noch längst nicht zu Ende. Allerdings warnte er auch davor, dass die OPEC weiterhin durchaus imstande ist den Ölpreis deutlich zu beeinflussen. Eine zusätzliche Kürzung von einer Million Barrel würden nicht spurlos am Markt vorbei gehen.

Spannungen im Nahen Osten

Eine Drohne im Jemen hat ein saudisches Ölfeld angegriffen. Der Anschlag blieb ohne Konsequenzen und die Ölförderung konnte ungehindert fortgeführt werden. Hinter diesen Angriff haben sich die Huthi-Rebellen gestellt. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien haben sich ebenfalls verschlechtert. Grund ist der Angriff auf einen türkischen in der Provinz Idlib, der von dem syrischen Militär durchgeführt wurde. Bisherigen Berichte wurden dabei nur Zivilisten verletzt. So bleibt der Nahe und Mittlere Osten ein einziges Spannungsfeld, ohne Aussicht auf eine nachhaltige Entspannung der Gesamtsituation.  

Nach der gestrigen Aufwärtsbewegung starten die Ölpreise ruhiger in den Tag. Die Sorte Brent liegt nun wieder nahe der 60 US-Dollar Marke, bei 59,65 US-Dollar pro Barrel. Das Barrel WTI kostet heute Morgen 56,21 US-Dollar. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist im Gegensatz zu den Ölpreisen, günstiger als gestern. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 66,69 Euro.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation