Ölpreise mit schwachen Wochenstart

Heute Morgen notieren die Ölpreise im Minus. Grund dürfte der Ausblick für 2020 sein und ein bearisher IEA-Monatsbericht, sowie positive Wochenzahlen.

18.11.2019 | Robby Erkmann

Das DOE hat mit den US-Bestandszahlen in der vergangenen Woche die US-Rohölförderung auf 12,8 Mio. B/T beziffert. Dies stellt einen Anstieg um 0,2 Mio. B/T zur Vorberichtswoche dar. Grundsätzlich geht mit der weiteren Entwicklung die erwartete Markterwartung in Erfüllung. Ein Anstieg der US-Schieferölförderung im Jahresendverlauf war bereits frühzeitig in den diesjährigen Jahresprognosen enthalten. Damit ist dies nicht wirklich überraschend. Die Ölpreise reagieren dennoch mit einem Preisnachlass und zeigen damit einmal mehr, wie sensibel die Reaktion auf preismindernde Neuigkeiten ist. Auf der anderen Seite hat auch der monatliche IEA-Bericht keine stützenden Neuigkeiten enthalten. Der Interessensverband der führenden Industriestaaten sieht für 2020 keine Versorgungsprobleme auf dem Markt zukommen. Zugleich soll das Rohölförderwachstum für Staaten, die nicht der OPEC angehören um 2,3 Mio. B/T steigen. Diese Prognose wurde einstweilen abermals angehoben und lag im vorherigen Bericht noch um 0,1 mio. B/T tiefer. Zudem bezeichnet die IEA die Marktreaktion auf die Anschläge in Saudi-Arabien als deutlich bearishes Signal. Hier konnte das Preisniveau sich nachhaltig nicht erhöhen, wobei dies auch mit der Reaktion und schnellen Reparatur der Anlagen durch Saudi-Arabien zurückzuführen ist. Zusammenfassend erwartet die IEA im Jahr 2020 eine vorzügliche Versorgung mit Rohöl, da auch die OPEC-Staaten ein Produktionswachstum verzeichnen sollen.

Weniger Investitionen im Ölsektor

Das ist zumindest die strategische Ausrichtung der EU-Investitionsbank ab dem Jahr 2021. Damit will die EU verstärkt Projekte fördern, die den erneuerbaren Energien zuzuschreiben sind. Projekteförderungen aus dem Kohle-, Öl- und Gassektor sollen dann stark eingeschränkt werden. Dadurch soll der im Sommer neu entwickelte Kurs verwirklicht werden. Das Ziel ist es bis zum Jahr 2050 die Wirtschaft so umzubauen, dass keine zusätzlichen Treibhausgase in die Erdatmosphäre gelangen. Damit wird zugleich sichtbar, dass eine kurzfristige Auswirkung auf die Ölpreise eher nicht befürchtet werden muss. An der aktuellen und kommenden Ölförderung 2020 wird sich strukturell nichts ändern. Ein sich abzeichnender Wandel in der Energiepolitik ist obschon des stärker werdenden gesellschaftlichen Drucks auf die weniger überraschend. Mittelfristig zeichnet sich bei den Ölpreisen bisher keine signifikante Änderung des Preisniveaus ab.

Die Rohölpreise notieren heute Morgen rund 0,4 Prozent tiefer. Brent kostet jüngsthin 63,17 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI wird am heutigen Morgen für 57,69 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 67,89 Euro pro 100 Liter und ist daher minimal günstiger, als am Freitag letzter Woche.

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