Ölpreise ohne klare Richtung

Die Rohölpreise bleiben aktuell auf dem Niveau der letzten Tage. Auf Monatssicht hat sich ebenfalls keine eindeutige Preissteigerung ergeben.

20.03.2019 | Robby Erkmann

Die Kommentare der OPEC, allen voran von Saudi-Arabien, hat der Markt hingegen gut weggesteckt. Selbst, dass Saudi-Arabien für April weitere Förderkürzungen umsetzen will, blieb quasi spurlos für die Rohölpreise. Indes hat Russland bestätigt, die Kürzungsvorgaben aus dem Abkommen von Dezember über 230.000 B/T für Anfang April umsetzen zu können. Zudem betonte der russische Energieminister, dass die Rohölpreise ein akzeptables Niveau erreicht hätten, mit dem die Produzenten und Konsumenten leben könnten. Diese Haltung birgt wohl Diskussionsbedarf, allen voran gegenüber Saudi-Arabien die stets einen höheren Ölpreis von etwa 80 US-Dollar bevorzugen. Der Markt wird aktuell noch durch Neuigkeiten aus Kanada etwas beruhigt. Die Regierung wird für Mai und Juni weitere Produktionsanhebungen der kanadischen Sorte erlauben, da diese wieder einen gesunden Preisunterschied zur amerikanischen Sorte WTI erreicht hat. Im Dezember wurden schlagartig 325.000 B/T vom Markt genommen.

Saudi-Arabien versucht weiterhin die Ölpreise nach oben zu drücken. Diesmal warnte der Energieminister vor einer starken Unterversorgung in den nächsten Jahren, als Folge der niedrigen Ölpreise. Denn seiner Meinung nach, kann dadurch nicht genug investiert werden, um den Rohölbedarf langfristig zu decken. Analyst Jan Stuart sieht diese Gefahr nicht auf dem Markt zukommen. Bereits ab Rohölpreisen von 60 US-Dollar pro Barrel könne die US-Schieferölindustrie sehr profitabel arbeiten und wachsen. Bei Preisen von 65 US-Dollar pro Barrel werden auch die Tiefseebohrungen profitabel, so Stuart. Der Break-Even-Point hat sich über die Jahre stark gesenkt. Tiefseebohrungen hätten früher zuweilen über 100 US-Dollar pro Barrel benötigt, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Fortschritt bei Handelsgesprächen

Kevin Hassett ist Vorsitzender des Rates der Wirtschaftsberater und macht nun erneut Hoffnung auf eine baldige Einigung. Seiner Meinung wurden Fortschritte bei noch ungelösten Fragen erzielt. Das nährt die Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und China. Gleichzeitig hofft der Markt dadurch auf ein gesünderes Wirtschaftswachstum, das aktuell weltweit etwas schwächelt. Offiziell gab von Regierungsseite kein neues Statement. Demnach plant man weiterhin den Abschluss des Abkommens im April, sofern die Gespräche zu den gewünschten Zielen kommen.

Die Rohölpreise liegen heute erneut niedriger, als zu Handelsbeginn. WTI kostet im Moment 58,85 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei einem Preis von 67,63 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat sich hingegen leicht verteuert, bleibt aber weiterhin in der Handelsspanne der letzten Wochen. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt 68,79 Euro.

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