Ölpreise scheitern an Widerständen

Die geopolitische Situation ist weiter sehr angespannt. Dennoch blieb die Reaktion der Ölpreise bisher sehr verhalten. Heute geht es erstmal deutlich bergab.

06.02.2019 | Robby Erkmann

Wie es scheint braucht der Markt neue Impulse, denn die Krise in Venezuela hat zu keiner nennenswerten Preisrallye geführt. Endverbraucher könnten noch in den nächsten Wochen dennoch steigende Rohölpreise bemerken. Das dürfte dann weniger mit Venezuela zu tun haben. Die USA und China haben noch bis Anfang Februar Zeit ein Handelsabkommen zu beschließen. Danach wird die Friedensverpflichtung beider Seiten auslaufen und neue Zölle drohen. Die USA machen daraus kein Geheimnis und haben bereits neue Zölle angedroht, wenn es zu keinem Abkommen kommt. Dieses Datum ist wohl das erste Schlüsselereignis, denn das Wirtschaftswachstum hat maßgeblichen Einfluss auf die Ölpreise. Bisher sind die Konjunkturausblicke eher verhalten, weshalb auch das Ölnachfragewachstum gering eingeschätzt wird.

Generell ist das erste Halbjahr 2019 von vielen wichtigen Entscheidungen durchzogen. Im Mai werden die USA darüber entscheiden müssen, ob es weiter Ausnahmegenehmigungen gibt für Abnehmer iranischen Rohöls. Sollten diese gekippt, oder gekürzt werden, wird das den Markt weiter verknappen und eine Unterversorgung wäre wohl unvermeidbar. Das könnte den Rohölpreis dann deutlich nach vorne treiben, oder zumindest auf das von der OPEC gewünschte Niveau, irgendwo zwischen 70 und 80 US-Dollar pro Barrel.

Russland in Zukunft OPEC-Mitglied?

Bisher gehört Russland zu den OPEC+ Staaten und damit formal nicht offiziell der OPEC an. Doch seit Anfang 2017 arbeiten die OPEC und Russland sowie andere Staaten eng miteinander zusammen, um den Rohölpreis zu beeinflussen. Russland ist ein äußerst wichtiger Partner, denn nach den USA fördert kein Land wie Russland so viel Rohöl. Die Zusammenarbeit mit dem Kartell soll nun weiter konkretisiert werden. Dabei geht es vor allem um eine dauerhafte Zusammenarbeit mit der OEPC. Dieser Beschluss könnte rein formal schon bei der nächsten Sitzung befasst werden. Vollwertiges Mitglied wolle Russland wohl nicht werden, wenn man die Worte des russischen Energieminister deutet. Russland fürchte zu hohe bürokratische Hürden und kartellrechtliche Folgen. Hierbei kommt Druck aus den USA, die mit einem Gesetzt drohen, das Geschäfte mit Organisationen wie der OPEC verbietet.

Der durchschnittliche Heizölpreis tut das was der in den letzten Wochen am besten kann, nämlich auf moderatem Preisniveau leicht Schwanken. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 67,68 Euro. Die Rohölpreise dagegen stehen heute Morgen über einem Prozent im Minus. WTI kostet im Augenblick 53,07 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent liegt bei 61,34 US-Dollar pro Barrel.

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