Ölpreise sinken erneut

Zwei Tage infolge sind die Ölpreise gesunken. Eine Teileinigung im Handelskonflikt kann den Markt nicht beruhigen. Das Wirtschaftswachstum bereitet Sorge.

16.10.2019 | Robby Erkmann

Eigentlich hatten Markteilnehmern auf positive Neuigkeiten bezüglich einer Annäherung der Konfliktparteien im Handelsstreit gewartet. Nun sind China und die USA ein kleines Stück weiter gekommen und die Ölpreise reagieren genau antizyklisch und sinken. Die chinesischen Exporte in den USA sind seit Beginn der Strafzölle um mehr als 20 Prozent gesunken und auch die gesamten Exporte Chinas haben im Vorjahreszeitraum höher gelegen, als heute. Das verdeutlicht den tatsächlichen Einfluss, den die Sanktionen auf das Wirtschaftsgeschehen besitzen. Doch der Markt bliebt sehr skeptisch.

Andererseits ist die Erwartung der starken zukünftigen Entwicklung der US-Schieferölindustrie immer noch im Fokus der Marktteilnehmer. Für Ende November soll die US-Schieferölindustrie um 58.000 B/T auf dann fast 9,0 Mio. B/T ansteigen.

Konjunkturschwäche dominiert

Stattdessen wird die aktuelle Wirtschaftssituation genau beobachtet und bestimmt damit die Marktentwicklung. Der IWF hat zum 5. Mal in Folge die weltweite Wachstumsprognose für 2019 gesenkt. Gestützt wird die aktuelle Entwicklung von der Erwartung der IEA einer sich stark etablierender Überversorgung im ersten Quartal 2020. Hier wird eine Überversorgung von 1,5 Mio. B/T erwartet, sofern die OPEC ihr Angebot nicht drastisch kürzt. Allerdings ist die nächste Vollversammlung, auf welcher neue Beschlüsse zur Förderpolitik gefasste werden können, erst im März des kommenden Jahres. Es müsste also ein Sondertreffen der Teilnehmer geben. Dafür gibt es bisher keine Erkenntnisse noch Insiderinformationen. Im Gegenteil dazu sind die OPEC-Monatsbericht jedes Mal bearish, da zuletzt erneut das Nachfragewachstum abgesenkt wurde. Die OPEC rechnet im kommenden Jahr mit einem Wachstum von 0,98 Mio. B/T. Eine Reaktion auf die Marktkonstellation ist bisher nicht absehbar. Damit wird die OPEC ihrem Ziel auch in Zukunft nicht gerecht werden, da die Rohölpreise das avisierte Ziel von 80 US-Dollar pro Barrel deutlich verfehlen.

Heute Morgen liegen die Ölpreise vorerst unverändert, hatten aber im gestrigen Tagesverlauf nachgegeben. Abzuwarten bleibt, wie die Entwicklung heute ist. Brent kostet im Moment 58,90 US-Dollar pro Barrel und die Sorte WTI notiert bei 52,95 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute unter dem Niveau von gestern, sodass 100 Liter Heizöl durchschnittlich 68,93 Euro kosten.

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