Ölpreise warten auf Einigung

Die Rohölnotierungen konnten gestern trotz bullisher Meldungen nicht steigen. So hatten das OPEC-Treffen und die US-Zahlen kaum Einfluss auf die Preise.

06.12.2019 | Robby Erkmann

Die Minister der OPEC-Staaten hatten bis in den späten Donnerstagabend um die Aushandlung des neuen Förderabkommens diskutiert. Das JMMC, welches für die Überwachung des Ölmarktes und der Fördereinhaltung zuständig ist, hatte empfohlen den Markt mit zusätzlichen 500.000 B/T weniger Rohöl zu versorgen, so der russische Energieminister. Dieser Wert hat die Aussagen des Iraks um 100.000 B/T übertroffen, der im Vorfeld des Treffens für neue Förderkürzungen geworben hat. Dass die Verhandlungen erwartungsgemäß kompliziert sind, war erwartet worden. Doch aktuell ziehen sich die Gespräche in die Länge, sodass eine Pressekonferenz vorerst verschoben wurde. Die Aussicht auf eine stärkere Verknappung kann den Ölpreisen aber bisher keinen neuen Aufwärtstrend verleihen. Der Markt ist also noch skeptisch, ob des tatsächlichen Abschlusses neuer Förderkürzungen. Die OPEC ist seit nunmehr fast drei Jahren dabei den Markt künstlich zu verknappen, da die Ölpreise sonst deutlich tiefer notieren würden. Jedenfalls werden die Prognosen selbst mit weiteren Kürzungen über 500.000 B/T eine Überversorgung in der ersten Jahreshälfte 2020 erwarten.

US-Ölförderung im Aufwind

Die wöchentlichen Ölbestände in den USA sind vergangene Woche um 4,9 Mio. Barrel gesunken. Das dürfte unter anderem an einer höheren Nachfrage liegen. Über alle Kategorien hinweg liegt die Produktnachfrage im betrachteten Zeitraum bei 21,1 Mio. B/T. Die Rohölförderung blieb mit 12,9 Mio. B/T konstant und wird damit zu einem moderatem Ölpreisniveau beitragen können. Hier dürfen weiterhin Steigerungen erwartet werden. Die Nachfrage nach Destillaten ist um 3,1 und die die Benzinnachfrage um 3,4 Mio. Barrel gestiegen und neutralisiert die Wirkung des Rohölbestandsabbaus größtenteils.

Seit US-Präsident Trump im Amt ist wird die Rohölförderung in den USA maßgeblich positiv beeinflusst. So wurden unter anderen Umweltauflagen gelockert, damit es Ölfirmen leichter haben wertloses Erdgas abzufackeln. Damit hat beispielsweise North Dakoth zu kämpfen, wodurch die Umweltbelastung stark gestiegen ist. Allein in Fort Berthold, einem Reservat, könnten mit dem nicht genutzten Erdgas 600.000 Einfamilienhäuser beheizt werden. So kam es über die zeitliche Entwicklung, dass die USA zum Netto-Exporteuer von Rohöl und Ölprodukten geworden sind. Weiter Förderkürzungen der OPEC unterstützen den Ausbau der Fördermengen in den USA zunehmend, sodass die Wirkung eines verknappten Marktes größtenteils abgefedert werden kann.

Brent und WTI liegen heute Morgen nahezu unverändert. Im Tagesverlauf kann es dann aber zu einer erhöhten Volatilität kommen. Brent kostet aktuell 63,24 US-Dollar und die Sorte WTI notiert bei 58,35 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland lag gestern bei 67,69 Euro pro 100 Liter.

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