Ölpreise ziehen wieder an

Nach den Abwärtstendenzen liegen die Rohölpreise wieder etwas fester. Dennoch der Markt wird aufgrund vieler Unsicherheiten volatil bleiben.

07.05.2019 | Robby Erkmann

Zwar lagen die Ölpreise gestern Morgen erstmal deutlich im Minus, doch schon gegen Mittag wurden wichtige Widerstände durchbrochen und machten Luft für weitere Aufwärtstendenzen. Einer der Gründe dürfte die Reaktion der Chinesen sein. Diese haben weniger Scharf auf die Ankündigungen Trumps reagiert, der die Strafzölle gegen China erhöhen möchte, obwohl man sich in Verhandlung über ein Handelsabkommen befindet. China hatte lediglich angekündigt, wie vereinbart eine Delegation zur nächsten Verhandlungsrunde zu schicken. Das treibt die Hoffnung an, dass sich beide Staaten dennoch in naher Zukunft einigen. Die weltweite Konjunktur ist ohnehin schwach und braucht positive Nachrichten. Daher hat die Entwicklung des Gesprächsverlaufs auch so großen Einfluss auf die Rohölpreise.

Zudem hat sich die Meldung der Verlegung eines US-Flugzeugträgers in den Nahen Osten positiv auf die Ölpreise ausgewirkt. Marktbeobachter befürchten eine zunehmende Eskalation zwischen den USA und Iran. Der Iran wird seit letztem Jahr wieder mit scharfen Sanktionen der USA überzogen. Die Verlegung von Seestreitkräften wirkt eher provozierend und drohend, weshalb der Ton sich eher verschärfen wird.

Kämpfe in Libyen dauern an

Die Offensive von General Haftar steckt im Süden der Hauptstadt Tripolis fest. Unumwunden hatte er gehofft, schneller die Kontrolle über die libysche Hauptstadt zu erlangen und damit auch die Kontrolle über die Öleinnahmen. Seine Truppen kontrollieren etwa 70 Prozent der Rohölförderung. Doch beklagt wird, dass die Einnahmen nur an die Zentralregierung fließt, die damit Milizen unterstützen soll. Denn international wird nur die NOC in Tripolis anerkannt die Rohölexporte abzuwickeln. Der selbsternannte NOC in Bengasi von General Haftar kommen daher keine Einnahmen zugute. Da an der Front stillstand herrscht wird nun ein neuer Anlauf unternommen, um die Rohölexporte selbstständig abzuwickeln. Scheinbar soll General Haftar bei einem Telefonat mit Trump unterrichtet worden sein, die Unterstützung der USA zu erhalten., Bestätigt wurde dies bisher nicht. Dennoch die Umleitung der Geldflüsse könnte die Regierung in Tripolis finanziell stark treffen. Der Konflikt stützt daher weiterhin die Rohölpreise.

Nach den Aufwärtsbewegungen liegen die Ölpreise heute leicht im Minus. WTI kostet im Augenblick 61,88 US-Dollar und die Sorte Brent wird im Moment für 70,83 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat sich im Vergleich zu gestern um 2 Cent reduziert. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 72,32 Euro.

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